Pathologen checken Gewebeproben

Gesund oder nicht? Die Pathologin Korinna Jöhrens untersucht eine Knochenprobe auf mögliche Erkrankungen. (Foto: Franziska Koark)

Beim Stichwort Pathologe denken viele an Gerichtsmediziner. Die Fachkräfte kommen im Krimi immer vor, um zu erklären, wie ein Mensch gestorben ist. Pathologen haben dagegen hauptsächlich mit Lebenden zu tun.

"Die Diagnose Krebs oder Metastase wird rechtsverbindlich nur vom Pathologen unter dem Mikroskop gestellt", sagt die Pathologin Korinna Jöhrens. Die 47-Jährige ist Oberärztin am Institut für Pathologie der Charité in Berlin.

Haben Pathologen mit Leichen zu tun, sind diese eines natürlichen Todes gestorben. Ihre Aufgabe ist es dann, festzustellen, ob der behandelnde Arzt mit seiner Diagnose und Behandlung richtig lag.

Bevor die Pathologin unter dem Mikroskop die Diagnose stellen kann, werden die eingelieferten Gewebeproben und Organe präpariert. Im Eingangslabor werden sie mit einem scharfen Messer zugeschnitten, in Paraffinwachs eingebettet, mit speziellen Maschinen in hauchdünne Scheiben geschnitten, auf Objektträger gelegt und eingefärbt. Am Ende liegt das sogenannte Schnittpräparat unter dem Mikroskop der Pathologin. Sie muss Auskunft über die Art, Entstehung und den Schweregrad der Erkrankung geben. Doch nicht jede Erkrankung ist gleich Krebs. "Die Pathologie befasst sich auch mit Entzündungen, wie beispielsweise den entzündlichen Darmerkrankungen", sagt Prof. Karl-Friedrich Bürrig vom Bundesverband Deutscher Pathologen.

Viele Stunden sitzen Pathologen am Mikroskop. Es gibt auch Tage, an denen Jöhrens Schnellschnittuntersuchungen macht. Der sogenannte Schnellschnitt erfolgt während einer laufenden Operation. Jöhrens muss dann beurteilen, was es für ein Tumor ist und wie weit er verbreitet ist.

Wer Pathologe werden will, muss Medizin studieren. "Darauf aufbauend folgt eine fünf- bis sechsjährige Weiterbildung zum Facharzt mit einer anschließenden Facharztprüfung", erklärt Moch. "Als Pathologe sollte man ein gutes Auge für Struktur und Form des Gewebes unter dem Mikroskop haben. Zudem sollte man sehr gut abstrahieren und klar formulieren können", rät er.


dpa-Magazin / mag
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