Maßschneider ist ein anziehender Job

Abwechslungsreicher Arbeitsalltag: Sofia Peschka schneidert Mode nach Maß. (Foto: Frank Rumpenhorst)

Viele Jugendliche träumen von einer Laufbahn als Modedesigner. Wer der neue Karl Lagerfeld oder die neue Coco Chanel werden möchte, lernt den Beruf am besten aber zunächst von der Pike auf mit einer Ausbildung als Maßschneider.

"Viele nutzen die Ausbildung als Sprungbrett für eine Karriere in der Modebranche", ergänzt Christiane Reuter vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Die Ausbildung dauert drei Jahre. "Pro Jahr beginnen rund 400 junge Leute die Lehre, der Männeranteil liegt bei drei Prozent", erzählt Inge Szoltysik, Vorsitzende des Bundesverbandes der Maßschneider.

Bevor Maßschneider mit der Arbeit loslegen, beraten sie zunächst den Kunden. Geklärt wird, zu welchem Anlass sie das Kleidungsstück tragen wollen - auf einer Hochzeit oder einem Ball etwa. Dann geht es mit Hilfe von Musterbüchern an die Auswahl von Stoffen, Farben und Zubehör wie Knöpfe, Reißverschlüsse oder Schleifen. Als Nächstes müssen die Fachkräfte beim Kunden Maß nehmen.

Sofia Peschka hat nach dem Abitur eine Lehre als Maßschneiderin beim Trend-Atelier Brandler im fränkischen Hammelburg begonnen. "Jedes Kleidungsstück ist ein Unikat", sagt die 21-Jährige. Inzwischen ist sie im dritten Ausbildungsjahr. Röcke, Jacken oder Kostüme, aber auch Braut- und Abendkleider aus Seide, Tweed, Jersey oder Leder fertigt sie individuell an der Nähmaschine an. "Der Alltag ist sehr abwechslungsreich, weil Kunden unterschiedlichste Wünsche haben", sagt Peschka.

Bewerber um einen Ausbildungsplatz müssen mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können. Rund ein Drittel der Lehrlinge habe das Abitur in der Tasche, sagt Szoltysik. Wer den Beruf erlernen möchte, braucht eine sorgfältige Arbeitsweise und eine ausgeprägte Feinmotorik für den Umgang mit Nadel und Garn. Bewerber sollten weiter eine hohe Konzentrationsfähigkeit und viel Ausdauer haben.

"Gute mathematische Fähigkeiten und logisches Denken sind ein Muss", erläutert Reuter. Außerdem sind zeichnerische Fähigkeiten gefragt, da es im Alltag immer wieder darum geht, Entwürfe zu skizzieren. Im dritten Ausbildungsjahr spezialisieren sich die angehenden Maßschneider entweder auf Damen- oder Herrenbekleidung. Dabei lernen sie, wie sie Abendroben und Brautkleider oder Sakkos und Smokings nähen.


dpa-Magazin / mag
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.