Rocklegenden im Geheimgarten: "Maschine", City und Karat stellen im vergessenen Varieté-Theater neues Album vor

Exklusivkonzert auf historischer Bühne: Die Rocklegenden "Maschine" von den Puhdys, City und Karat stellen im Secret Garden ihre neue Platte und Livetournee vor. (Foto: Dirk Jericho)
 
Exklusivkonzert auf historischer Bühne: Die Rocklegenden "Maschine" von den Puhdys, City und Karat stellen im Secret Garden ihre neue Platte und Livetournee vor. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Secret Garden | 

Mitte. Für die Pressekonferenz zur Rocklegenden-Livetour 2018 haben sich Dieter „Maschine“ Birr von den Puhdys, City und Karat einen ganz besonderen Ort ausgesucht. Die Veranstaltung der Plattenfirma ist ganz im Sinne von Dirk Moritz, der mit dem Secret Garden einen exklusiven Kunsttempel geschaffen hat.

„It is what it is“ steht an der Wand im Saal des Secret Garden, wie Projektentwickler Dirk Moritz seinen Immobilienschatz direkt neben dem Stadtbad Mitte in der Gartenstraße 6 nennt. Ein Konzertsaal? Eine Edelgalerie? Ein hipper Veranstaltungsort für exklusive Firmenparties? Irgendwie passt das alles; aber der „Secret Garden“ soll ein Geheimtipp bleiben. Dirk Moritz will das einstige Varieté-Theater im Hinterhof, das er 2008 durch Zufall entdeckt, denkmalgerecht saniert und vor dem endgültigen Verfall gerettet hat, „auf jeden Fall nicht herunterratzen“, wie er sagt. Die Veranstaltungen sollen wenige ausgesuchte sein. In den Saal mit der Varieté-Bühne und der imposanten Zuschauerempore kommt man nur, „wenn man sich outet und sagt, wer man ist“, so der Eigentümer.

Es gab schon Ausstellungen in der geheimnisvollen Immobilie, und auch Jocelyn B. Smith hat dort schon am Flügel ein 20-minütiges Exklusivkonzert für Moritz‘ Gäste gegeben. Dass die Rocklegenden Dieter „Maschine“ Birr und Toni Krahl im Secret Garden ihre neue Rocktournee und das Album „Rock Legenden Vol. 2“ mit Karat und Special Guest Matthias Reim vorstellen, liegt natürlich an Dirk Moritz. Einer seiner Freunde ist mit einem Musiker von City befreundet und hat von der geheimnisvollen Immobilie erzählt. Toni Krahl war begeistert und Moritz einverstanden, den Saal für die Pressekonferenz zu öffnen.

Im November soll das Gebäude offiziell eingeweiht werden. Ob Dirk Moritz dann selbst wie ursprünglich geplant in das 350 Quadratmeter große Dachgeschoss zieht, das er auf den früheren Ballsaal im zweiten Obergeschoss bauen lassen hat, ist noch offen. Beruflich hat er derzeit viel in Spanien zu tun und es könnte sein, dass er nach Barcelona zieht, wie er sagt. Das zweigeschossige Loft würde er dann vermieten, möglicherweise auch als Atelierwohnung.

Die unteren Etagen vom Erdgeschoss bis zum Ballsaal sollen ebenfalls nur temporär vermietet werden, niemals langfristig. Es gab in den Räumen schon Kunstausstellungen, exklusive Banketts oder Produktpräsentationen. Ein Londoner Schriftsteller habe gerade angefragt, ob er im Secret Garden eine Lesung machen kann. Auch Start-ups sind an der exklusiven Location mit dem Spirit der Goldenen Zwanziger Jahre als Tagungsort interessiert, sagt der Eigentümer. All das ist möglich in dem Haus, das „kein Ort für langweiliges Wohnen in Mitte sein soll“, so Moritz‘ Anspruch.

Er hatte das Gebäude vor neun Jahren durch Zufall entdeckt. Das Haus neben der Schwimmhalle war völlig marode; 30 Tonnen Schutt und Müll hat Moritz aus der Ruine geholt. Jahrelange Recherchen brachten die Geschichte des Hauses ans Licht. Das dreistöckige Hinterhaus mit Deckengewölbe und Bühne war Varieté und Wirtshaus, firmierte unter dem Namen „Fritz Schmidt’s Restaurant und Festsäle“ und erlebte ab 1919 unter dem Namen „Kolibri-Festsäle und Kabarett“ seine Glanzzeit. Dort steppte in den Goldenen Zwanziger Jahren der Bär. 1934 verliert sich die Spur, das Haus fiel in einen Dornröschenschlaf. Zu DDR-Zeiten nutzte eine private Schlosserei die unteren Räume als Fabrik. Der Saal verfiel, Fenster wurden zugemauert, Zwischendecken eingezogen. Dirk Moritz hat das Haus gekauft und bis jetzt 4,3 Millionen Euro investiert. Mit dem Secret Garden will Moritz einen Ort schaffen, „wo wir die Dinge, die wir lieben und mögen, teilen“. „Wie in den Zwanziger Jahren, wo sich Leute in Literaturclubs getroffen haben“, sagt der Hausherr. DJ
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