SPD-Politiker fordern nach jüngstem Mord neue Maßnahmen zur Sicherheit

Mitte. Nach dem Mord an einem 30-Jährigen vor dem "Berlin-Carré" in der Karl-Liebknecht-Straße gibt es erneut Forderungen nach einer festen Alexwache. Innensenator Frank Henkel (CDU) hält jedoch mehr Polizeipräsenz für sinnvoller.

Der Alexanderplatz ist seit Jahren ein Ort mit besonders hoher Kriminalität. Hunderttausende Menschen kreuzen täglich das Areal rund um den Fernsehturm. Taschendiebe, Obdachlose, Bettler oder Punks - immer wieder kommt es zu Konflikten, Schlägereien und brutalen Angriffen. Die tödliche Prügelattacke auf den 20-jährigen Jonny K. im Jahr 2012 hat den Alexanderplatz bundesweit in die Schlagzeilen gebracht. Und seit der vergangenen Woche stapeln sich wieder Blumen und Kerzen auf dem Straßenpflaster - dieses Mal an der Karl-Liebknecht-Straße. Vor dem "Berlin-Carré" war am 24. August am helllichten Tag ein 30-jähriger Mann niedergestochen worden. Die Polizei konnte den 18-jährigen Täter bereits einen Tag später festnehmen. Er war zuvor gemeinsam mit dem Opfer in einem Technoclub unweit des Tatorts. Draußen kam es zum Streit und zum tödlichen Messerstich.

SPD-Landeschef Jan Stöß fordert jetzt erneut, eine sogenannte Kombiwache mit Bundes- und Landespolizisten und dem bezirklichen Ordnungsamt auf dem Alexanderplatz einzurichten. Auch die SPD-Fraktion in der BVV stellt sich hinter den Vorschlag. Innensenator Frank Henkel (CDU) setzt dagegen auf mehr Polizeipräsenz auf dem Platz. Er betont, dass nach dem Mord an Jonny K. die Streifentätigkeit erhöht, ein Kontaktmobil eingerichtet und ein Direktionskommando eingeführt wurde. Gefährliche und schwere Körperverletzungen am Alex seien 2013 im Vergleich zu 2012 um 22 Prozent zurückgegangen. Eine feste Alexwache mache polizeilich keinen Sinn, weil die Polizisten dann mit Büroarbeit beschäftigt seien. "Ich brauche das Personal auf der Straße und nicht in irgendeiner Kombiwache", so Henkel. "Das Ordnungsamt ist regelmäßig auf dem Alex auf Streife", sagt der zuständige Stadtrat Carsten Spallek (CDU). "Selbst mit einer deutlich höheren Polizeipräsenz lässt sich nicht ausschließen, dass solche Einzelfälle leider immer wieder passieren", so Spallek.


Dirk Jericho / DJ
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