Bürgerinitiativen gegen Weiterbetrieb des Flughafens trafen sich

Wie lange noch Flugzeuge in Tegel in die Luft steigen, weiß wohl niemand genau. (Foto: Christian Schindler)

Berlin. Rund 50 Menschen kamen am 28. August zu einem Vernetzungstreffen der Pankower, Reinickendorfer und Spandauer Initiativen gegen den Weiterbetrieb des Flughafens Tegel zusammen.

Die Versammlung, zu der die Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität von Bündnis 90/ Grüne Berlin ins ehemalige Jüdische Waisenhaus, Berliner Straße 121 in Pankow, geladen hatte, verständigte sich jedoch nur auf die Teilnahme an der Demonstration für eine baldige Tegel-Schließung am 30. August am Kurt-Schumacher-Platz. Eine eigenständige Pankower Initiative gegen den Tegeler Flugbetrieb fand sich gar nicht erst ein. Immerhin betonten Mitglieder der in Reinickendorf und Spandauer aktiven Initiative "Tegel endlich schließen!", dass sich auch Pankower Mitstreiter in ihren Reihen befanden.Viel Neues zur Flughafensituation konnte auch Andreas Otto, grünes Mitglied des Flughafen-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses und Pankower Direktkandidat für die Bundestagswahl, nicht beitragen. Außer, dass es 2013 vielleicht gar keine Klarheit mehr für eine Eröffnung des Großflughafens Berlin Brandenburg (BER) und die anschließende Schließung von Tegel gibt. So erhielt Otto auf eine Kleine Anfrage vom Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Christian Gaebler (SPD), am 23. Juli die Auskunft, dass die Flughafengesellschaft "nach Möglichkeit noch in diesem Jahr" Auskunft über die BER-Eröffnung und die Tegel-Schließung geben werde. Damit steht die Ankündigung in Frage, dass sich Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn noch im Herbst dieses Jahres festlegt. Ansonsten ist juristisch immer noch nicht klar, ob der von Mehdorn favorisierte Probebetrieb über den BER-Nordpier als Eröffnung gewertet werden kann. In diesem Fall liefe die Frist, nach der Tegel spätestens ein halbes Jahr nach der BER-Eröffnung geschlossen werden muss.

Die Befürchtung einer Pankower Anwohnerin, dass Tegel überhaupt nicht vom Netz gehen werde, hält Otto nicht für völlig überzogen. Zwar gelte immer noch der Schließungsbeschluss, doch zum Beispiel in der FDP und auch in Teilen der CDU gebe es nach wie vor den Wunsch, Tegel weiterzubetreiben.

Ein einziger Besucher der Versammlung hatte sich übrigens sofort als Tegel-Anhänger zu erkennen gegeben. Er hielt permanent ein Plakat "Ja zu Tegel" in die Höhe und beschimpfte andere Diskussionsteilnehmer. Auf die Einladung von Martin Kasztantowicz, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität, zur Teilnahme an der geordneten Diskussion, ging der Tegel-Fan nicht ein.

Auch Rolf-Roland Bley, Mitglied der Fluglärmkommission als Vertreter der Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz, hatte keine beruhigenden Nachrichten für die Tegel-Kritiker. Dort könne der Verkehr sogar noch weiter zunehmen: "Es gibt für Tegel Koordinierungseckwerte, die eine Höchstzahl von 52 Flugbewegungen pro Stunde erlauben", sagte er. Das bedeute bei 17 Betriebsstunden am Tag maximal 884 Flüge pro Tag - und diese Zahl sei noch immer nicht erreicht.

Weitere Information zu den Tegel-Kritikern auf www.tegelschliessen.de.

Christian Schindler / CS
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