Degewo verkauft Filetgrundstücke neben dem Alexa Shoppingcenter

Neben dem Alexa soll ein Büro- und Hotelensemble gebaut werden. (Foto: KSP Jürgen Engel Architekten)

Mitte. Neben dem Alexa-Einkaufszentrum wird ab kommenden Frühjahr ein Büro- und Hotelensemble gebaut. Ein weiterer Investor will Wohnungen bauen, darf aber nicht.

Bis Ende August stand auf der Brache südlich vom Alexa noch das Barbie Dreamhouse. Die pinke Puppenwelt ist abgeräumt. Im Frühjahr rücken die Bagger an. Bis 2016 entsteht auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal zwischen Alexa, Alexanderstraße, Schicklerstraße und Dircksenstraße das "Alexander Quartier". Die OFB Projektentwicklung GmbH, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Landesbank Hessen-Thüringen, hat das Filetgrundstück jetzt von der Degewo gekauft. Das kommunale Wohnungsunternehmen entwickelt seit 1999 das 4,5 Hektar große Gesamtareal zwischen S-Bahntrasse, Grunerstraße, Alexanderstraße und Stralauer Straße, um die Grundstücke an Investoren zu verkaufen. Das Gebiet wird wegen seiner Form auch Banane genannt. Der größte Teil der Flächen wurde bereits vom portugiesischen Konzern Sonae Sierra bebaut, der dort 2007 das rosafarbene Shopping- und Erlebniscenter Alexa eröffnet hat.

Das "Alexander Quartier" ist ein achtstöckiger Gebäudekomplex nach Entwürfen von KSP Jürgen Engel Architekten. Im Erdgeschoss soll es Geschäfte geben, darüber Büros. Laut OFB-Sprecher Christian Munsch stehe sein Unternehmen "in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Hotelbetreiber". Wohnungen sind im "Alexander Quartier" nicht vorgesehen. Der einst im Bebauungsplan (B-Plan) geforderte Wohnanteil von etwa 20 Prozent wurde vor vier Jahren gestrichen.

Die Zahl der Wohnungen ist derzeit auch der Knackpunkt für das letzte freie Grundstück auf der südlichen Spitze der Banane an der Jannowitzbrücke - nur andersrum. Auf dem 2200 Quadratmeter großen Grundstück wollte der Projektentwickler PORR Solutions ursprünglich bis 2012 einen kompakten Büroblock mit einem 65 Meter hohen Hotel an der südwestlichen Ecke bauen. Aus dem Projekt wurde nichts. Die Degewo musste das Geschäft rückabwickeln und hat nach Angaben von Degewo-Sprecher Lutz Ackermann das Filetgrundstück erneut an einen Investor verkauft.

Die Degewo will keine Angaben zum Investor machen, bevor das Geschäft in trockenen Tüchern ist. Nach Informationen der Berliner Woche soll es sich um einen Berliner Projektentwickler handeln, der wegen der steigenden Nachfrage nach noblen City-Wohnungen anders als in den bisherigen Planungen hauptsächlich Wohnungen bauen will. Bisher waren die Gebäude und der 65-Meter-Turm in dem als Kerngebiet deklarierten Areal für Hotel und Büros vorgesehen. Das Bezirksamt ist gegen die Erhöhung des Wohnanteils und hat eine entsprechende Bauvoranfrage des Investors abgelehnt. Wie Petra Rohland, Sprecherin von Bausenator Michael Müller (SPD), sagte, läuft deshalb zurzeit ein Widerspruchsverfahren bei der Senatsbauverwaltung.


Dirk Jericho / DJ
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