Deutsche Bahn glaubt sich gut gerüstet für den Winter

Gut vorbereitet auf den Winter? Ob die S-Bahn ohne große Zugausfälle durch die nächsten Monate kommt, wird sich zeigen müssen. (Foto: Simon Grothe)

Berlin. Alle Jahre wieder: Der Winter kommt und die Bahnen stehen still. Im vergangenen Jahr verspätete sich zeitweise jeder vierte Zug. Was hat sich die deutsche Bahn für den kommenden Winter einfallen lassen?

Um das Chaos des vergangenen Jahres sich nicht wiederholen zu lassen, setzt die Deutsche Bahn nun auf Technik. Alle Weichen des S-Bahn-Schienennetzes sind in diesem Winter beheizt. Wie in einem Wasserkocher erwärmen sich dünne Leitungen im Gleisbett und schmelzen somit den Schnee. Zudem wurden in Workshops alle Räumtrupps auf die eisige Jahreszeit vorbereitet. Einsatzabläufe wurden optimiert und die deutschlandweite Flotte auf 64 Schneeräumwagen aufgestockt.

Lutz-Steffen Hering ist der Qualitätsbeauftragte der Bahn für den Winter. Er ist zuversichtlich, in diesem Jahr besser vorgesorgt zu haben als in den vergangenen Jahren. Alle S-Bahnweichen wurden bereits überprüft. Garantieren könne er aber nichts: "Viele S-Bahnen verspäten sich, da ein Großteil der Strecke eingleisig gebaut ist". Wenn hier etwas vereist, kann der Zug nicht ausweichen und alle Fahrgäste müssten eben am Bahnhof warten.

Im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn ebenfalls aufgerüstet. Mit Stolz präsentiert Hering bei einem Presstermin die neue, um 30 Meter verlängerte Enteisungsanlage im Betriebsbahnhof Rummelsburg. In der etwa 200 Meter langen Halle befindet sich ein Gleis, an dem eine Sprinkleranlage befestigt ist. "Wie in einer Waschstraße werden die ICE-Züge mit warmem Wasser abgesprüht. In der neuen Anlage kann ein ganzer Zug auf einmal enteist werden", so Hering. Vergleichbare Anlagen für die S-Bahn befinden sich in Grünau und Wannsee.

Im vergangenen Jahr gab es auch ein großes Problem mit externen Dienstleistern, dessen Arbeitskräfte nicht zum Räumen erschienen. Die Bahn engagierte Firmen, die gar nicht über die angegebene Anzahl an Mitarbeitern verfügte. Vereiste und verschneite Gleise waren die Folge. Trotzdem sei die Bahn auf Subunternehmer angewiesen, sagt Ingulf Leuschel, Konzernbevollmächtigter für das Land Berlin. Denn die Bahn braucht spontan bei Wintereinbruch 28 000 Arbeiter, die die Gleise von Schnee und Eis befreien. Nur ein Drittel von ihnen ist fest bei der Deutschen Bahn AG angestellt.


Simon Grothe / sg
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