Evangelisches Werk eröffnet Zentrale

Cornelia Füllkrug-Weitzel (Brot für die Welt) und Johannes Stockmeier (Diakonie Deutschland) fahren zur Arbeit Rad. (Foto: Hermann Bredehorst)

Mitte. Die Diakonie Deutschland und Brot für die Welt haben ihr neues Bürohaus in der Invalidenstraße bezogen.

Insgesamt 640 Kirchenleute arbeiten in dem neuen Zentrum. Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung ist ein Zusammenschluss des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche Deutschlands, seiner Aktion Brot für die Welt und des Evangelischen Entwicklungsdienstes. Die einzelnen Institutionen waren bisher in Stuttgart, Berlin und Bonn untergebracht. Mit der Fusion werden die alten Standorte aufgegeben. 550 Mitarbeiter ziehen nach Berlin. Weitere 90 vom Diakonischen Werk in Dahlem arbeiten zukünftig in Mitte. Sie alle können in einem Andachtsraum direkt hinter dem lichtdurchfluteten Atrium beten.

Die Präsidenten der vereingten Institutionen, Cornelia Füllkrug-Weitzel (Brot für die Welt) und Johannes Stockmeier (Diakonie Deutschland) wollen einmal im Monat eine Andacht halten. Beide sind auch Pfarrer. Aber auch andere Leute, die in dem Büroaus arbeiten, können eine Andacht machen. Das große Holzkreuz für den Andachtsraum muss erst noch gezimmert werden. Partner des Evangelischen Entwicklungsdienstes aus 80 Ländern haben dazu jeweils ein kleines Stück Holz nach Berlin geschickt, aus denen der Tischler ein ganz besonderes Kreuz machen will. In den Andachtsraum kann jeder gehen, "wenn er geöffnet ist", so Michael Flacke von Brot für die Welt. Auch das Cafe und die Kantine sind öffentlich.

Das 26 Meter hohe Gebäude mit fünf Obergeschossen und einem Staffelgeschoss hat modernste Umwelttechnik wie eine Betonkernaktivierung als Heizung und eine Photovoltaikanlage. In der Garage gibt es nur sechs Parkplätze, dafür aber 80 Fahrradplätze. Auch der Betreiber der Kantine und des Cafes wird ausschließlich regionale Produkte mit dem Biosiegel oder fair gehandelte Sachen verkaufen, so Flacke. "Wir werden die von uns geforderten Ansprüche an Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit leben", sagte Stockmeier.

Die Berliner Kirchenzentrale sollte ursprünglich auf dem Gelände der Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof an der Lehrter Straße gebaut werden. Für den Büroneubau wollte die Stadtmission das Seniorenwohnhaus in der Lehrter Straße 67/Seydlitzstraße 21-22 abreißen, was zu Protesten geführt hatte. Um den Fusionszeitplan zu halten, hatten sich die Diakonie und der Evangelische Entwicklungsdienst schließlich von den Hauptbahnhofplänen verabschiedet und das Grundstück am Nordbahnhof direkt neben dem Bürohaus der Deutschen Bahn genommen. Den Standort an der Caroline-Michaelis-Straße wollte der Projektentwickler Hochtief ursprünglich an die Deutschlandzentrale des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vermieten. Daraus wurde aber nichts.


Dirk Jericho / DJ
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