Mit Stadtgänger Bernd S. Meyer über den Hardenbergplatz

Charlottenburg. In großen goldenen Lettern steht der Name am steinernen Pavillon der BVG. In der Nische darunter findet sich die Büste Karl August von Hardenbergs, des preußischen Staatskanzlers.

Ende der fünfziger Jahre, mit dem Bau der schnellen Linie U 9, bekam die City ihren neuen Platz am nördlichen Ende der Joachimstaler Straße: Zur Hardenbergstraße kam der Hardenbergplatz. Den Bahnhof Zoologischer Garten gab es da schon länger. Ab 1882 hielten hier die Vorortzüge der neuen Berliner Stadtbahn. Seit 1902 setzte sich der Bahnhof auch unter dem Pflaster fort, denn vor 110 Jahren eröffnete hier die U-Bahn. Die tiefere Nord-Süd-Strecke U 9 kam 55 Jahre später. Das geplante 175-Meter-Riesenrad an der Nordseite schaffte es nicht einmal bis zum Baubeginn, beschäftigt nur noch die Gerichte. So wird auch niemand aus einer Riesenrad-Gondel in die Fenster des neuen luxuriösen Waldorf Astoria an der Südseite des Platzes blicken können. Das ist mit seinen 115 Metern Höhe nun zweithöchstes Berliner Hotel. Dagegen ist die Gedächtniskirche nebenan ein Veteran, auch wenn sie gerade mit weißer Restaurierungs-Verkleidung an einen neuen Wolkenkratzer erinnert.

Nostalgie prägt auch die gläserne Außenhaut des Bahnhofs, denn da befinden sich Gastronomie-Aufschriften wie "Zoo-Terrassen", "Intercity-Restaurant" und sogar "Alt Berlin". Eine Museums-Gegend: Nur 200 Schritte entfernt gibt’s eines für Erotik, doppelt so weit jenes für Helmut Newton und das für Fotografie. Ganz nah auch Theater des Westens und die schicken Einkaufsmeilen und großen Kinos um Tauentzien und Kurfürstendamm.

Der mit Abstand älteste Platzanlieger ist aber Berlins Zoo. Den gibt es hier schon seit 1844, er war in Europa der neunte, wurde durch seinen Artenreichtum berühmt.

Von 1861 an und bis 1920 war hier die Grenze zwischen Berlin und Charlottenburg, dann zwischen Stadtbezirk Charlottenburg und Tiergarten. So gehört die Zoo-Postadresse Hardenbergplatz 8 nun zum Stadtbezirk Mitte, auch das zum 750. Stadtjubiläum nebenan wiedererrichtete historische Löwentor steht auf Mitte-Gebiet. Die steinernen Löwen schauen mit stoischer Ruhe auf die Besucherströme, eben König der Tiere.

Die einstündige Führung mit Bernd S. Meyer, dem Mann mit der Leiter, beginnt am Sonnabend, 24. November, um 11 Uhr. Treffpunkt ist am Hardenbergplatz links vom Löwentor-Eingang des Berliner Zoos. Verkehrsverbindung: Bahnhof Zoologischer Garten.
Die Teilnahme ist für Leser der Berliner Woche kostenlos. Allerdings ist eine Anmeldung erforderlich: Am 23. November von 10 bis 12 Uhr anrufen unter 25 93 04 97 84 26.

/ BSM
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