Wettbewerb für Architekten im Sommer

Mitte. 20 Jahre nach dem Masterplan von Architekt Hans Kollhoff wird jetzt der Bau des ersten Wolkenkratzers am Alex konkret.

Kollhoff hatte bereits 1993 mit seinen Alex-Visionen einen städtebaulichen Wettbewerb des Senats gewonnen. Insgesamt zehn Hochhaustürme sollen einmal am Alexanderplatz stehen. Jetzt startet der erste Investor, das amerikanische Familienunternehmen Hines, einen architektonischen Gestaltungswettbewerb. "Im Spätherbst sollen die Ergebnisse präsentiert werden", sagte Christoph Reschke, Geschäftsführer der Hines Immobilien GmbH.

Noch bis zum 30. April wird der Bebauungsplan für das Hines-Hochhaus öffentlich ausgelegt (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin, Erdgeschoss). Das ist der letzte Schritt der seit 2011 laufenden Öffentlichkeitsbeteiligung. Der 150 Meter hohe Wolkenkratzer sollte ursprünglich aus dem sogenannten Sockelbau, dem Geschäftshaus "die Mitte", emporwachsen. Das Hochhaus am Alexanderplatz war als Bürotower mit Läden in den Erdgeschossen geplant. Doch weil es zu wenig Mieter für die teuren Büroetagen gab, wurde das fünfgeschossige Haus "die Mitte" mit Saturn als Hauptmieter erstmal ohne Turm gebaut.

Jetzt wird der Wolkenkratzer direkt an das Geschäftshaus an der Alexanderstraße angebaut. Technisch ist es nicht möglich, den Büroturm nachträglich in den Sockelbau zu integrieren. Für diese leichte Standortverschiebung musste der Bebauungsplan geändert werden.

Der Senat geht in seiner aktuellen Bevölkerungsprognose davon aus, dass in den kommenden zwölf Jahren 122 000 neue Wohnungen benötigt werden. Hines plant deshalb einen Turm "mit überwiegender Wohnnutzung", wie Christoph Reschke sagte. "Wir glauben, Berlin ist reif für ein solches Konzept", so der Manager. Weitere Details will die Immobilienfirma derzeit nicht mitteilen.

Hines hat neben dem Geschäftshaus "die Mitte" auch das Büro- und Geschäftshaus "Upper Eastside Berlin" an der Kreuzung Unter den Linden / Friedrichstraße gebaut. Für das Luxusprojekt wurde 2006 das DDR-Nobelhotel Unter den Linden abgerissen.


Dirk Jericho / DJ
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