Wie erinnern an Peter Fechter?

Mitte. Die Kulturausschussvorsitzende in der BVV, Christiane Hoff (Linke), hat sich gegen die Umbenennung der Zimmerstraße in Peter-Fechter-Straße ausgesprochen.

Sie wolle eine endgültige Entscheidung des Kulturausschusses nicht vorwegnehmen und lediglich von "einem ersten Meinungsbild" berichten, sagte sie auf der jüngsten BVV-Sitzung. Die 300-jährige Zimmerstraße sei ein besonderes "Zeugnis der Stadtgeschichte", so Hoff. Für sie ist es nicht sinnvoll, sie umzubennen. Hoff wies zudem auf die "BVV-Beschlusslage" hin, wonach im Bezirk Straßen nur nach Frauen benannt werden dürfen. Die Linke-Politikerin plädierte dafür, die 1999 aufgestellte Gedenkstele für Peter Fechner in der Zimmerstraße mit einer Hinweistafel zu ergänzen, die weitere Informationen zum bekanntesten Maueropfer enthält. Zuletzt hatte CDU-Generalsekretär Kai Wegner vorgeschlagen, eine Straße nach Peter Fechter zu benennen. Der 18-jährige Bauarbeiter war vor 50 Jahren am 17. August 1962 von DDR-Grenzern erschossen worden, als er die Mauer an der Zimmerstraße überwinden wollte. Fechter verblutete vor den Augen der Weltöffentlichkeit im Todesstreifen; auch die US-Soldaten am Checkpoint Charlie leisteten aus Angst vor einem Grenzkonflikt keine Hilfe. Die BVV Pankow hat im Zuge der erneuten Straßenumbenennungsdebatte Ende August wiederholt beschlossen, das Grab von Peter Fechter auf dem Friedhof der Auferstehungsgemeinde in der Indira-Gandhi-Straße zur Ehrengrabstätte des Landes Berlin zu ernennen. Gleichlautende Beschlüsse hatte die Senatskanzlei 2005 und 2010 abgelehnt.
Dirk Jericho / DJ
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