Für jeden Geschmack ist etwas dabei

Familienspiele sind tolle Geschenkideen zum Weihnachtsfest (Foto: L.U. Dikus.)

Weihnachten steht vor der Tür. Und damit wird es wieder einmal höchste Zeit, noch ein paar Geschenke zu besorgen. Keine schlechte Idee wäre vielleicht ein Spiel, das sich zwischen den Jahren auch sogleich ausprobieren lässt. Doch das Angebot ist riesig. Unser Spielexperte weiß zum Glück Rat.

Nur durch gute Kooperation kann es den 2-5 Abenteurer in einer Partie "Die vergessene Stadt" (von Matt Leacock; Schmidt Spiele; ab 10 Jahren; 45 Minuten; circa 28 Euro) gelingen, im Wüstensand die Teile für ein Fluggerät zu finden, bevor ihre Wasservorräte verbraucht sind. Jeder verfügt über spezielle Eigenschaften, die für die Erkundung des Geländes unverzichtbar sind. Doch der ständig die Richtung wechselnde Wind häuft überall neue Sanddünen auf, und die Sonne brennt unbarmherzig vom Himmel. Zu dem atmosphärisch dichten Spielerlebnis trägt auch eine detailfreudige Ausstattung bei.

Mit "Monopoly Imperium" (Hasbro; ab 8 Jahren; 30 Minuten; circa 40 Euro) können nun bereits Achtjährige erste Erfahrungen beim Abkassieren ihrer Mitspieler sammeln. Statt der vertrauten Straßenzüge stehen hier Marken großer Unternehmen zum Kauf oder werden an den Meistbietenden versteigert. Besucher müssen dem Besitzer den aktuellen Gesamtwert seiner Marken erstatten. Komplette Farbgruppen werden mit ebenfalls wertsteigernden Büroschildern belohnt. Mit etwa 30 Minuten ist eine Partie so kurz, dass auch die kleinen Nachwuchsmonopolisten brav bei der Stange bleiben.

Bei "Kakerlakak" (von Peter Paul Joopen; Ravensburger; ab 5 Jahren; 15 Minuten; circa 30 Euro) können sogar erst Fünfjährige mitmachen und sich mit anhaltendem Vergnügen als Kammerjäger betätigen. Für großes Hallo und Hektik sorgt eine Kunststoffkakerlake, die, angetrieben durch einen winzigen Elektromotor, durch ein Labyrinth aus Besteck flitzt. Ein Würfel entscheidet, ob der Spieler am Zug ein Messer, eine Gabel oder einen Löffel um 90 Grad drehen darf oder freie Auswahl hat. Ziel aller ist, das flinke Tierchen möglichst oft in die eigene Falle zu lenken.

Hoch her geht es auch bei dem Geschicklichkeitsspiel "Riff Raff" (von Christof Cantzler; Zoch; ab 8 Jahren; 30 Minuten; circa 45 Euro). Trotz bedrohlicher Schlagseite sind alle bemüht, ihre acht Frachtstücke auf Deck und Masten des kleinen Holzschiffs zu verstauen. Dabei ist größte Vorsicht geboten, soll nicht die Ladung ins Rutschen kommen und teilweise über Bord gehen. Was dann nicht reaktionsschnell noch aufgefangen werden kann, wandert zur allgemeinen Belustigung in den Bestand des Pechvogels. Technisch ermöglicht wird dieser Ablegespaß durch einen Wellenberg aus Pappe mit einem Kardangelenk aus Holz darauf.

"Hugo - Das Schlossgespenst" (von Wolfgang Kramer; Amigo; ab 6 Jahren; 30 Minuten; circa 20 Euro) bereitet 2-8 Personen, in erster Linie Kindern, aber auch mitspielenden Erwachsenen großes Vergnügen. Während das Gespenst auf seinem Rundgang immer mehr Fahrt aufnimmt, müssen die Schlossbewohner versuchen, in die Räume zu flüchten. Wer sich zu früh versteckt, läuft allerdings Gefahr, von anderen wieder hinausgeworfen zu werden. Figuren, die sich bei dieser munteren Würfelkeilerei erwischen lassen, werden auf die Kellertreppe verbannt und kassieren umso mehr Minuspunkte, desto früher dies passiert.

Mit seinem Cover und den entsprechend gestalteten großformatigen Karten weiß "Love Letter" (von Seiji Kanai; Pegasus; ab 10 Jahren; 30 Minuten; circa 10 Euro) auch ein älteres Publikum anzusprechen. Um es sogleich mit einfachem Regelwerk und ebenso spannendem wie heiterem Verlauf endgültig in seinen Bann zu schlagen. Nur eine einzige Handkarte und eine zu Beginn des Zuges nachgezogenen Karte stehen jeweils zur Auswahl. Wer das Herz der Prinzessin erobern möchte, muss versuchen, bis zum Ende der Runde durchzuhalten, und unbedingt vermeiden, ihre Karte auszuspielen. Damit das Spiel seinen vollen Reiz entfalten kann, empfiehlt sich eine Mindestbesetzung von drei Teilnehmern.

In edler Optik und schöner Ausstattung präsentiert sich "Copa" (von Fred Horn, Daniel Krieg und Steffen Mühlhäuser; Steffen Spiele; ab 7 Jahren; 35 Euro bei www.steffen-spiele.de), eine Sammlung von vier Spielen unterschiedlichster Art. Neben einem dynamischen Memospiel, einem lustigen Geschicklichkeitsspiel und einem für permanente Spannung sorgenden Bluffspiel auf der Grundlage simultaner Blindgebote findet sich auch ein taktisches Auflesespiel, das entfernt an das afrikanische Mancala erinnert. Möglich wird diese Vielfalt durch 18 Holzschälchen, aus denen sich die jeweiligen Spielflächen arrangieren lassen.

Zum Abschluss noch eine Portion leckeres Futter für die kleinen grauen Zellen. Um bei "Tackle" (von Thomas Sing und Ralf-Peter Gebhardt; Süddeutsche Zeitung Edition; ab 10 Jahren; 15 Minuten; circa 25 Euro) zu gewinnen, müssen die beiden Kontrahenten ihre Spielsteine zu vorgegebenen Figuren formieren. Dazu werden einzelne oder auch ganze Gruppen von Steinen verschoben, die kleinere Gruppen des Gegners sogar verdrängen können. Während eine Reihe aus drei Steinen noch eine relativ leichte Übung darstellt, fällt dies mit jedem weiteren Stein schwerer und verlängert sich die Partie entsprechend.


Jochen Corts / L.U. Dikus
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