Produktfälschungen sind billig und gefährlich

Vor allem bei fliegenden Händlern bekommt man nachgemachte Markenware. (Foto: Andrea Warnecke/dpa/mag)

Die Souvenirs aus dem Urlaub sind toll: Papa hat eine neue Luxusuhr, die Kinder neue Markenschuhe und Mama eine schicke Designerhandtasche. Das sich hinter dem bekannten Label aber nicht die erwartete Markenqualität steckt, ist nur den wenigsten bewusst.

Kein Wunder also, dass der Handel mit Plagiaten vor allem in beliebten Urlaubsländern blüht. Im Jahr 2010 wurde der Zoll laut eigener Statistik 80 000 Mal fündig und beschlagnahmte mehr als 103 Millionen gefälschte Produkte. Der private Besitz von Plagiaten wird zwar in Deutschland nicht bestraft. Doch auch den Verbraucher kann das vermeintliche Schnäppchen teuer zu stehen kommen, warnt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Zum Beispiel, wenn man das falsche Stück wieder abstoßen möchte.Doch nicht nur rechtlich zahlt sich der Kauf von Plagiaten nicht aus. Gefälschte Produkte können möglicherweise auch eine Gefahr für die eigene Gesundheit sein. "Mittlerweile werden Produkte aus allen Branchen illegal nachgemacht", erzählt Alexander Benesch vom Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie. So würden Bremsbeläge, Motorsägen, Medizintechnik und Medikamente gefälscht.

"Den Fälschern geht es nur ums Geld", ergänzt Andreas Urbaniak vom Hauptzollamt in Frankfurt am Main. Sicherheitsprüfungen oder Kontrollen der Inhaltsstoffe finden in der Regel nicht statt. Stattdessen wird alles daran gesetzt, die Fälschungen möglichst originalgetreu aussehen zu lassen. Ob die verwendeten Materialien für die Nutzer fatale Folgen haben, spielt kaum eine Rolle. "In gefälschten Viagra-Tabletten wurden schon Bohnerwachs und Farbstoffe aus der Lackindustrie gefunden", erzählt Urbaniak.

Umso wichtiger ist es für Verbraucher, sich vor gefälschten Produkten zu schützen. "Beim Kauf im Internet sollte man sich die Seite genau anschauen", rät Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. "Wer steht im Impressum, wo sitzt die Firma, wer ist der Ansprechpartner, wie wird es geliefert?" Gibt es nur eine Postfachadresse, ist Vorsicht geboten. Der wichtigste Hinweis sei aber der Preis. Je billiger die Ware, desto misstrauischer sollten Kunden sein. Wer ganz sicher gehen will, kauft beim Fachhändler seines Vertrauens hier in der Stadt. Dort werden Original-Produkte zu fairen Preisen angeboten und darüber hinaus gibt es eine qualifizierte Beratung.


dpa-Magazin / mag
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