Eine Agentur will Neuköllner Schulabgängern zu Ausbildungsplätzen verhelfen

Neukölln. Von 3000 Neuköllner Schulabgängern haben im vergangenen Jahr 1000 keinen Ausbildungsplatz gefunden. Das soll eine Jugendberufsagentur ändern.

Das Ziel: Jeder Jugendliche soll eine Ausbildung abschließen. Der Weg: An den Integrierten Sekundarschulen werden Teams die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 beraten, auf die Berufswahl vorbereiten und sie während der Ausbildung begleiten.

In den nächsten Monaten steht der Aufbau von Anlaufstellen in drei Bezirken auf dem Programm - in Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg. In Marzahn-Hellersdorf ging bereits 2013 ein Pilotprojekt an den Start.

"Wir brauchen diese Agentur dringend, weil es im Bezirk starke soziale Verwerfungen gibt", erklärt Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU). Wenn jeder dritte Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz finde und sich arbeitslos melde, sei das nicht hinzunehmen. "Das ist einfach zu viel", sagt er.

Er will die Agentur schnell auf den Weg bringen und führt Anfang Februar erste Gespräche mit Job-Center und Arbeitsagentur. "Dabei wollen wir konkrete Maßnahmen besprechen." Der Stadtrat möchte so Projekte verwirklichen, die zwischen Schule, Berufsschule und der Jugendberufshilfe abgestimmt sind.

Viel probiert, wenig Erfolg

"Wir haben in Neukölln schon viele Dinge ausprobiert, doch eine grundlegende Veränderung haben sie nicht gebracht", sagt er. Vor allem sei wichtig, auch die vielen Schulschwänzer zu erreichen. Denn Abwesenheit führe zu schlechten Noten, einem verpatzten Abschluss und damit zu Arbeitslosigkeit. "Wir wollen wissen, wo stehen die Jugendlichen, welche Probleme haben sie?" Auch praxisbezogenes Lernen an der Schule und in Betrieben soll bei der Vorbereitung auf einen Beruf helfen.

Die ersten Erfahrungen und Ergebnisse aus Marzahn-Hellersdorf machen Mut. Auch dort gab es vor zwei Jahren über 1000 Schulabgänger ohne Perspektive. Bei gleichbleibender Zahl von Schulabgängern konnte die Arbeitslosigkeit halbiert werden. "Ich bin guter Hoffnung, dass dieses Projekt zum Erfolg führt", sagt Lieke.


Klaus Tessmann / KT
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