Wie wählt Neukölln?: Linke und Rechte sind in den vergangenen Jahren stärker geworden

Neukölln. Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Wo werden die rund 203 000 wahlberechtigten Neuköllner ihr Kreuzchen machen? Ein Blick auf die kürzlich veröffentlichen „Wahlkreisporträts“ des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg zeigt: Es dürfte spannend werden.

Bei der letzten Bundestagswahl lag in Neukölln die CDU mit 29 Prozent vorne. Es folgten die SPD mit 26,2, die Linken mit 14,3 und die Grünen mit 13,9 Prozent. Die AfD und die FDP scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. Eine Besonderheit: Zwar gaben die meisten Wähler ihre Zweitstimme der CDU, doch bei den Erststimmen gewann SPD-Mann Fritz Felgentreu. Neben Eva Högl aus Mitte war er der einzige Berliner Sozialdemokrat, der nicht über die Liste, sondern direkt in den Bundestag einziehen konnte.

Die Wahlbeteiligung in Neukölln war mit 68,5 Prozent die zweitniedrigste der Stadt, nur in Marzahn-Hellersdorf gingen noch weniger Menschen an die Urne.

In den vergangenen Jahren hat sich einiges verändert: Die Linken und vor allem die AfD sind in der Gunst der Neuköllner gestiegen. Das zeigt ein Vergleich der beiden Abgeordnetenhaus-Wahlen 2011 und 2016. Blieb der Stimmenanteil für die SPD mit gut 27 Prozent fast gleich, sackte die CDU um rund neun Prozent auf 17,8. Die Grünen verloren geringfügig und kamen auf 16,2 Prozent. Die Linken konnten sich mit 13,6 Prozent über ein Plus von acht Prozent freuen, die AfD erreichte aus dem Stand 13,8 Prozent der Neuköllner Stimmen.

Bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung im vergangenen Jahr zeigte sich ein ähnliches Bild: Die AfD zog mit 12,7 Prozent in das Gremium ein, die Linken holten 12,2 Prozent der Stimmen, ein Zuwachs von siebeneinhalb Prozent, die CDU musste sich mit 16,3 Prozent zufrieden geben, ein Minus von vier Prozent.

Stärkste Fraktion blieben die Sozialdemokraten mit 30,4 Prozent. Sie musste allerdings einen Verlust von zwölf Prozent verschmerzen. Der Grund liegt auf der Hand: Heinz Buschkowsky, von 2001 bis 2015 Neuköllns SPD-Bürgermeister, stand nicht mehr zur Wahl.

Die Wahlkreisporträts aller Berliner Bezirke sind im Internet zu finden auf http://asurl.de/13i9 sus
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