Die BVG nutzt die Sanierung der Bösebrücke für eine Gleiserneuerung

Über die Bösebrücke fahren bis zum Sommer keine Straßenbahnen. Im Rahmen der Brückensanierung erneuert die BVG ihre Gleise. (Foto: Bernd Wähner)
 
An der Bösebrücke muss die Unterkonstruktion komplett erneuert werden. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Seit Sommer gibt es an der Bösebrücke Verkehrseinschränkungen für Autofahrer. Der Grund: Das Bauwerk ist so marode, dass es von Grund auf saniert werden muss. Nun ist auch der Straßenbahnverkehr unterbrochen.

Die Linien M13 und 50 fahren bis zum 27. Juni nicht mehr über die Brücke bis zum Virchow-Klinikum. Fahrgäste müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Die BVG richtet zwar einen Ersatzverkehr mit Bussen ein, empfiehlt aber auch eine Umfahrung.

Als absehbar war, dass die Kappung der beiden Straßenbahnlinien wegen der Brückensanierung unumgänglich ist, beschloss die BVG, aus der Not eine Tugend zu machen. Sie zog Bauarbeiten, die erst in den nächsten Jahren notwendig geworden wären, einfach vor und bündelte sie. „Wir nutzen die Chance und investieren im Schatten der Brückensperrung in unsere Infrastruktur, damit die Straßenbahn weiter zuverlässig und komfortabel unterwegs ist“, sagt Oberbauleiter Steffen Fiedler.

420 Straßenbahnen an einem Werktag

Allein über das sogenannte Zwillingsgleis, den eingleisigen Abschnitt auf der Brücke, rollen an Werktagen mehr als 420 der tonnenschweren Straßenbahnzüge. Dort werden nun die Schienen und Weichen sowie die komplette Unterkonstruktion erneuert. Weiterhin werden Gleise in der Bornholmer, Osloer und Seestraße ausgetauscht.

Weil alle Gleise sukzessive ausgebaut werden, rollen jetzt Busse über Bornholmer Brücke in Richtung Westen. Der Ersatzverkehr für die M13 fährt zwischen Björnsonstraße und Virchow-Klinikum, die Busse für die Linie 50 zwischen Björnsonstraße und U-Bahnhof Seestraße. In Richtung Osten wird der Ersatzverkehr wie der Individualverkehr umgeleitet. Er fährt über die Jülicher, Behm- und Malmöer Straße. Das Problem dieser Umleitungsstrecke: In dieser Richtung kann der S-Bahnhof Bornholmer Straße nicht angefahren werden. Die zusätzliche Haltestelle Jülicher Straße liegt aber in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Gesundbrunnen. Dort ist ein Umsteigen auf die Nord-Süd- und Ringbahn möglich.

Umsteigen auf U- und S-Bahn

Die BVG schätzt ein, dass für viele Fahrgäste ein Umsteigen auf S- und U-Bahnlinien für die Zeit der Bauarbeiten die bessere Alternative ist. „Planmäßig werden in Spitzenzeiten bis zu 15 Busse im Einsatz sein“, sagt Torsten Mareck, der BVG-Bereichsleiter Omnibus. „Der Straßenzug ist als Autobahnzubringer aber bekanntermaßen stauanfällig. Wer kann, sollte also unbedingt eine unserer Umfahrungsempfehlungen nutzen.“ Informationen dazu gibt es auf www.bvg.de, im BVG-Callcenter unter  194 49 sowie über die Twitter-Kanäle der BVG.

Die BVG lässt insgesamt 1,7 Kilometer Schienen erneuern und bringt 1700 Quadratmeter Straßendecke auf Vordermann. In diese Arbeiten werden 3,8 Millionen Euro investiert. Wenn am 28. Juni die Straßenbahnen wieder über die Bornholmer Brücke rollen, müssen sich Autofahrer noch weiter gedulden. Danach wird mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen. Die Grundsanierung soll frühestens im Mai 2017 abgeschlossen sein. BW

Ausführliche Informationen gibt es auf www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/strassenbau/boesebruecke.
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