Gefährliche Enge für alle Wartenden: Die Linksabbiegerspur soll wegfallen

Hier ist die Berliner Straße ein Nadelöhr: Die Bus- und Straßenbahnhaltestelle vor der Bahnbrücke. Der Wartebereich für Fahrgäste ist viel zu schmal. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Sie ist ein gefährlicher Ort für Fahrgäste: Die Bus- und Straßenbahnhaltestelle am S- und U-Bahnhof Pankow. Der Wartebereich für die Fahrgäste ist viel zu schmal.

Als die Haltestellen am Bahnhof Pankow vor über zehn Jahren geplant wurden, ging man noch von weit geringeren Fahrgastzahlen aus. Bereits kurz nach Fertigstellung der Haltestellen zeigte sich, dass vor allem die Haltestelle in Richtung Breite Straße viel zu schmal konzipiert ist. Vor allem im Feierabendverkehr stehen die Fahrgäste dicht an dicht auf dem Wartepodest.

In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Pankower, die in den nördlichen Ortsteilen des Bezirks leben, stetig zu. Der Senat und die BVG reagierten darauf, erfreulicher Weise, mit einer Ausweitung des Nahverkehrsangebots, berichtet Roland Schröder, der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion.

Das hat aber zur Folge, dass heute über vierzig Bus- und Bahnfahrten pro Stunde von der Haltestelle abgehen. Entsprechend hoch ist in der Hauptverkehrszeit die Anzahl der Wartenden. Sie stehen aneinander gedrängt, teilweise gefährlich nah an der Fahrspur von Bussen und Bahnen. Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen haben kaum die Chance, hier durchzukommen.

Allerdings ist der Straßenraum in diesem Bereich sehr begrenzt. Eine neue, richtig dimensionierte Haltestelle wird erst mit dem Projekt Pankower Tor entstehen können. Das soll auf der Fläche neben der Haltestelle umgesetzt werden. Bis es auf diesem Areal mit den Bauarbeiten losgeht, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

Radikaler Beschluss der SPD

Damit die Situation relativ kurzfristig verbessert werden kann, fasste die Bezirksverordnetenversammlung auf Antrag der SPD-Fraktion einen radikalen Beschluss. Sie spricht sich dafür aus, dass die Linksabbiegerspur für Autofahrer Richtung Florastraße aufgehoben wird.

Die dadurch freiwerdende Spur solle genutzt werden, um die Haltestelle provisorisch Richtung Norden zu verbreitern. Alternativ könnte eine Busspur angelegt sowie ein separater Haltestellenbereich für Busse geschaffen werden.

Ein weiterer Effekt des Wegfalls der Linksabbiegerspur „Der Florakiez würde dadurch auch vom Durchgangsverkehr entlastet werden“, erklärt Roland Schröder. Autofahrer sollten künftig die dafür ausgebaute Mühlenstraße nutzen.

Die Verordneten sprachen sich zwar mehrheitlich für den Wegfall der Linksabbiegerspur aus: Aber dem müssen noch die Verkehrslenkung Berlin und die BVG zustimmen. Dort wird in den nächsten Wochen der Pankower BVV-Beschluss diskutiert. BW
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