Öko-Garten in Gefahr? Bezirk will die Bornholmer Grundschule ausbauen

Prenzlauer Berg. Die Bornholmer Grundschule fürchtet, dass sie ihren Öko-Schulgarten verliert. Das Bezirksamt plant, auf dieser Fläche die Schule zu erweitern.

Gegen dieses Vorhaben machen Eltern, Schüler und Schulleitung mobil. Der heutige Öko-Schulgarten in der Ibsenstraße 17 war anfangs Bezirksschulgarten. Zu verdanken ist seine Existenz Roswitha Simon. Diese war Schulgartenlehrerin mit Leib und Seele. Sie baute diesen Ökogarten 1996 mit Unterstützung des Bezirksamtes auf. Er stand zunächst allen Schulen ohne eigenen Schulgarten zur Verfügung. Als Roswitha Simon 2003 in den Ruhestand ging, besetzte der Bezirk ihre Stelle nicht neu. Seitdem kümmert sich die Bornholmer Grundschule in Eigenverantwortung um den Garten. Durch Zufall hätten Eltern erfahren, dass es Pläne gibt, die Schule zu erweitern, sagt Lydia Strutzberg-Rümmler von der Elterninitiative der Schule. Sie befürchten, dass mit dem Erweiterungsbau der Ökogarten zerstört werden könnte.

Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU) bestätigt die Pläne. Die Zahl der Schüler nehme stetig zu. „Daher müssen wir weitere Schulplätze schaffen“, sagt Kühne. Einige Schüler aus dem Kiez mussten bereits wegen Platzmangels auf andere Schulen aufgeteilt werden. „Wir müssen deshalb bei der anstehenden Sanierung der Schule schauen, wo und wie wir das Platzangebot erweitern können“, so der Stadtrat.

Deshalb wurde für amtsinterne Zwecke eine Machbarkeitsstudie erstellt. Diese hält auch eine Bebauung auf der Schulgartenfläche für machbar. Aber noch gebe es dazu keine Entscheidung, erklärt Kühne. Man habe sich natürlich auch die Nachbargrundstücke angesehen. Dort seien die Eigentumsverhältnisse aber so, dass kein Schulerweiterungsbau auf ihnen möglich ist.

Geprüft werden außerdem ein Dachausbau und weitere Alternativen. Kühne verspricht der Elterninitiative, sie über die Prüfergebnisse auf dem Laufenden zu halten. Weil sich das Bezirksamt bewusst ist, wie wichtig der Ökogarten für die Schule ist, wolle man ihn auch nicht ersatzlos beseitigen, so der Stadtrat. Sollte man sich für eine Bebauung dieser Fläche entscheiden, soll der Öko-Schulgarten auf dem Schulgrundstück einen neuen Platz erhalten. BW
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Lydia Strutzberg aus Prenzlauer Berg | 17.03.2017 | 14:08  
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