Ein besonderes Stück Grün: Ausstellung widmet sich der fast vergessenen Gleim-Oase

Diese Vögel gehören zu den Skulpturen, die sich auf der Gleim-Oase befinden: (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner |

Prenzlauer Berg. Etwas, das mit der Gleim-Oase – einem kleinen Skulpturenpark mitten auf der Straße – vergleichbar ist, gibt es nicht in Berlin. Diesem Unikum ist jetzt eine Ausstellung gewidmet.

„Die Gleim-Oase, Kunstwerk und Stadtnatur“ heißt diese Schau mit 24 großformatigen Bild-Text-Tafeln. Zu sehen ist sie in der dritten Etage des Kultur-und Bildungszentrums „Sebastian Haffner“ in der Prenzlauer Allee 227. Die Gleim-Oase befindet sich am westlichen Ausgang des Gleimtunnels, also auf dem Gebiet des Brunnenviertels. Sie entstand Mitte der 80er-Jahre. Da stand nicht weit entfernt noch die Mauer. Diese teilte die Gleimstraße. Es gab zwei Sackgassen, eine im Osten und eine im Westen.

Seinerzeit fanden rund um den Westteil der Gleimstraße umfangreiche Sanierungen statt. Es war seinerzeit das größte innerstädtische Wohnungsbauprojekt Europas. In dieser Zeit entstand auch der Name „Brunnenviertel“ für dieses Quartier, das sich gleich neben dem heutigen Gleimviertel befindet. Die Wohnungsbaugesellschaft Degewo beauftragte Anfang der 80er-Jahre den Gartenarchitekten Bernd Vogel, das einstige Ende der westlichen Gleimstraße in einen Fußgänger- und Aufenthaltsbereich umzugestalten. Gemeinsam mit dem Architekten- und Künstlerpaar Alessandro und Erdmute Carlini entwickelte er einen kleinen, aufwendig gestalteten Park mit vielen Skulpturen.

Durch diese kleine Oase führt ein geschwungener Weg. An ihm entlang stehen Sitzbänke. Es gibt zwei Schachspiele, Hochbeete und Skulpturengruppen. Als die Oase 1985 fertig war, ahnte noch niemand, dass die Mauer recht bald fallen würde.

Aber als die Gleimstraße dann in den 90er-Jahren zur Durchgangsstraße zwischen Ost und West wurde, geriet die kleine Grünanlage allmählich in Vergessenheit. Sie verwilderte und war kaum noch zu erkennen. 2010 begannen Anwohner mit der Pflege der Oase. Inzwischen ist sie wieder zu einer grünen Insel inmitten der Gleimstraße und zu einem Ort der Begegnung geworden.

Die Ausstellung, die jetzt auf der Etage der Volkshochschule zu sehen ist, wurde von Paten der Gleim-Oase in Zusammenarbeit mit dem Umweltladen Mitte erstellt. Zu sehen ist sie bis zum 30. Juni montags bis freitags von 8 bis 21.30 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. BW

Weitere Informationen gibt es auf www.gleim-oase.de.
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