Junge Leute machen sich fit für den Start ins Berufsleben

Diese sechs beteiligten sich am Fotoprojekt "Perspektivwechsel": Arturs Vsakovs, Dustin Graf, Juri Kabelski, Jennifer Schulz, Jennifer Schiller und Severine Kirchner. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Das Projekt Joblinge kann auf fünf erfolgreiche Jahre in Berlin zurückblicken. Sein Ziel ist es, die Teilnehmer fit für einen Start ins Berufsleben zu machen.

Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren, die weder einen Ausbildungs- noch einen Arbeitsplatz haben, können sich für eine Teilnahme bewerben. Sie werden innerhalb eines halben Jahres von Fachleuten aus Wirtschaft und Verwaltung so fit gemacht, dass sie entweder eine Ausbildung beginnen können oder einen Job finden. Die Teilnehmer werden von Sozialarbeitern unterstützt. "In den ersten beiden Wochen werden die Jugendlichen motiviert, an ihrer Situation etwas zu ändern. Danach nehmen sie an einem gemeinnützigen Gruppenprojekt teil", berichtet Koordinatorin Jana Siegmund.

Die aktuellen Joblinge haben ihr Gruppenprojekt gerade beendet. Das fand unter dem Motto "Perspektivwechsel" statt. In Begleitung eines Fotografen und eines Medienexperten wurden Fotos mit ganz besonderen Aussagen und aus verblüffenden Perspektiven erstellt. Dafür fotografierten sich die Jugendlichen gegenseitig.

Da scheint ein junger Mann zum Beispiel ein Auto auf einem Tablett zu servieren. Ein anderer stützt als Pfeiler eine Brücke und wieder ein anderer scheint sich mit Messer und Gabel über die Festplatte eines Computers herzumachen.

Weil die Fotos so gelungen sind, konnte das Myer‘s Hotel in der Metzer Straße gewonnen werden, sie in einer kleinen Verkaufsausstellung zu zeigen. Die Teilnehmer entschieden, alle Fotos zu veräußern. Der gesamte Erlös kommt dem Kinderhospiz Sonnenhof zugute.

Nach dem Gruppenprojekt begann nun für die Jugendlichen die Berufsorientierungsphase mit Praktika in Unternehmen. In einer etwa dreimonatigen Probezeit wird getestet, ob der ausgewählte Beruf für den Teilnehmer wirklich der richtige ist. Wenn alles glatt läuft, könnte nach etwa sechs Monaten ein Ausbildungs- oder Anstellungsvertrag unterschrieben werden. Damit es bei möglichst vielen Jugendlichen soweit kommt, werden sie über mehrere Wochen von Mentoren begleitet. Inzwischen hat das Projekt Joblinge so gut Fuß gefasst, dass es nicht nur vom Senat gefördert wird. Es fanden sich auch etliche Unternehmer, die es tatkräftig unterstützen. Sie stellen Praktikums- beziehungsweise Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Vermittlungsquote liegt bei über 70 Prozent. Die nächste Gruppe geht demnächst an den Start. Junge Leute ohne Job oder Ausbildung können sich gern melden.

Infos bei Christine Beck-Limberg unter berlin@joblinge.de sowie unter 81 80 64 48 und auf www.joblinge.de.

Bernd Wähner / BW
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