Schon 70 Willkommensklassen: Sind die Kapazitäten bald ausgeschöpft?

Reinickendorf. Welche Position vertritt das Bezirksamt Reinickendorf, wenn es um die Frage geht, ob Flüchtlingskinder aus Platzmangel künftig auch in den Unterkünften unterrichtet werden sollen?

Das war das Thema einer Einwohneranfrage in der März-Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Der Fragesteller berief sich auf einen Zeitungsartikel, nach dem sich die zwölf Schulstadträte darauf verständigt hätten, die Kinder nicht nur in Willkommensklassen, sondern aufgrund fehlender Kapazitäten verstärkt in den Flüchtlingsunterkünften zu beschulen.

In der Tat stoße auch der Bezirk Reinickendorf allmählich an seine Grenzen, wenn es um Schulplätze für die Flüchtlingskinder gehe, antwortete Schulstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) – und nannte Zahlen: Im März 2013 gab es im gesamten Bezirk acht Willkommensklassen, vergangenes Frühjahr waren es bereits 41. Aktuell seien es 70 – und die nächsten zehn Klassen befänden sich in Planung. Dass die Kinder in Regelschulen unterrichtet würden, sei natürlich weiterhin erwünscht. Allerdings könne sie bei anhaltendem Zustrom nicht ausschließen, sich mit dem Thema „Beschulung in den Unterkünften“ in naher Zukunft konkret beschäftigen zu müssen.

Auch seitens der BVV-Fraktionen herrschte Einigkeit, dass der Unterricht in den Willkommensklassen erstes Ziel sei. Nicht zuletzt, weil er Integration und Spracherwerb fördere, wie Marco Käber (SPD) unterstrich. Wenn es die Situation erfordere, müsse manchmal aber auch die zweitbeste Lösung her. bm
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