Bauprojekt Crellestraße 22a: Bürger werfen Verwaltung Tatenlosigkeit vor

Berlin: Haus Crelle |

Schöneberg. Das Bauprojekt in der Crellestraße 22a mit 34 neuen Wohnungen beschäftigt Bürger und Lokalpolitiker auch nach der Sommerpause.

Während Anwohner für die dahinter liegende Böschung das Schlimmste befürchten, obwohl der Investor diese für seine Bauarbeiten gar nicht nutzen darf, versichern die Parteien im Rathaus, sie bewahren zu wollen.Die Initiative Crellekiez Zukunft beobachtet mit Sorge den Fortgang der Bauarbeiten. Am Montag vergangener Woche waren diese wieder aufgenommen worden. Unter anderem wurden Spundwände in die Böschung getrieben, farbig markierte Pflöcke eingeschlagen und ein Maschendrahtzaun entfernt. "Stadtentwicklungsamt und Verantwortliche sind bestens informiert und unternehmen nichts", lautet der Vorwurf der Bürgerinitiative angesichts der eingedrückten Böschung.

"Beim Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt liegt von Seiten des Investors kein Antrag auf Eingriff für die Böschung vor", so Stadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne) in Beantwortung einer großen Anfrage der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung vor einer Woche. Mehrere Kontrollen seien erfolgt. Man habe keine Verstöße festgestellt. Inwieweit die Böschung und ihre Vegetation in Mitleidenschaft gezogen werden, prüfen laut Klotz die zuständigen Behörden.

"Gibt es einen Schutzplan, Verhandlungen mit dem Investor? Wer führt sie? Sprechen sich die diversen Ämter ab", fragte Ralf Olschewski nach. Der CDU-Verordnete bezweifelt, dass das Bezirksamt dort überhaupt noch naturnahes Grün möchte, wenn es später die Planungen für eine Grünfläche mit Radwege-Verbindung und Spielplatz umsetzt.

Gutachten zu Flora und Fauna der Böschung haben laut Sibyll Kotz ergeben, dass etliche Bäume und Sträucher als nicht erhaltenswert eingestuft wurden und für geschützte Arten keine erheblichen Störungen erwartet werden. Die Fachgutachten werde das Umwelt- und Naturschutzamt künftig bei Anträgen berücksichtigen, die die Böschung betreffen, kündigte sie an. Peter Rimmler sagte: "Als Nachbar hat man das Recht, dass sein Eigentum als solches geschützt bleibt. Man kann von einem Investor verlangen, dass er darauf Rücksicht nimmt. Das erwarte ich jetzt vom Bezirksamt bei der Böschung."

Bündnisgrüne und Piraten wollen die Böschung in vollem Umfang erhalten, "egal, wie bedeutend sie ist", so Ralf Kühne (Bündnis 90/ Grünen). Dazu gehöre, dass der Investor nicht in den Bahnhang eingreift, auch wenn später Balkone hinüberragen dürfen. Michael Ickes von der Piratenpartei fordert das Bezirksamt auf, die Beschlüsse der BVV umzusetzen und dafür zu sorgen, dass der Investor die Böschung nicht betritt.

Sibyll Klotz wehrt sich. Es sei nicht der Fall, dass das Bezirksamt die Abtragung der Böschung billigend in Kauf nimmt. Der Investor habe eine Baugenehmigung für die Crellestraße 22a. Aber er dürfe die Böschung nicht in Anspruch nehmen. Und Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) kündigt an, dass der Investor das Bauschild ändert, damit die Verwirrung um den Slogan "Wohnen mit Weitsicht" nicht länger anhalte.


Karen Noetzel / KEN
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