Ärger im Regenbogenkiez: Drogenhandel, Vermüllung und mehr Stricher

Berlin: Regenbogenkiez |

Schöneberg. Auf dem Wahlkreisbürosofa von Thomas Birk (Grüne) hatte im Juli Ilona Phlippeau Platz genommen. Thema war die Kriminalität im Kiez rund um Fugger- und Motzstraße.

Zu der Veranstaltungreihe mit der Leiterin des Präventions- und Ermittlungsteams des Polizeiabschnitts 41 waren rund 60 Anwohner gekommen. So dringend war der Gesprächsbedarf über die aktuelle Situation im Kiez.

Am meisten brannte den Bürgern der ungestörte Drogenhandel in aller Öffentlichkeit unter den Nägeln. Ilona Phlippeau konnte diese Wahrnehmung mit Zahlen untermauern, wenn auch nur aus dem Jahr 2013 und für ganz Schöneberg Nord. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Rauschgiftdelikte um 44 Prozent zugenommen.

Für großen Ärger unter den Anwohnern sorgen auch die Vermüllung der Straßen, die die Besucher der einschlägigen Szenelokale verursachen, sowie die steigende Zahl von zumeist rumänischen und bulgarischen Strichern, die rund um die Uhr unterwegs sind. Viele Kneipen im Regenbogenkiez beförderten die männliche Straßenprostitution und ihre negativen Auswirkungen auf die Umgebung, indem sie den Strichern Zutritt gewährten, „auch wenn sie in den Lokalen nichts konsumieren“, so Phlippeau.

Der Polizei warfen Anwohner vor, Beamte auf Streife stiegen nicht aus, um beispielsweise den Drogenhandel auf dem Spielplatz an der Ecke Fugger- und Eisenacher Straße zu unterbinden. Phlippeau wandte ein, der Polizeiabschnitt 41 sei mit 160 Beamten einer der kleinsten Berlins.

Nicht so stark wie Drogendelikte, aber um gut ein Fünftel haben Straftaten wie Diebstahl, Raub und Körperverletzung zugenommen. Unter dem Eindruck der jüngsten Massenschlägerei in und vor einem Szenelokal in der Fuggerstraße, forderte Thomas Birk präventive Maßnahmen, beispielsweise Aufklärungskampagnen von Schwulen-Hilfsvereinen.

Erfreulicherweise weniger geworden sind Wohnungseinbrüche (minus 20 Prozent), Graffiti (minus 13,5 Prozent) und Sachbeschädigungen (minus 6,3 Prozent). Am stärksten gesunken, nämlich um ein Viertel, ist die Zahl der Taschendiebstähle. Polizistin Phlippeau führt den Rückgang aber eher auf die mangelnde Bereitschaft der Opfer zurück, solche Straftaten anzuzeigen. KEN
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