Fortschritte bei der Integration

Die von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (Mitte) im Rathaus Schöneberg eingesetzte Arbeitsgruppe “Flüchtlinge in Arbeit". (Foto: BA Tempelhof-Schöneberg)

Schöneberg. Die Integration von Flüchtlingen gelingt am besten, wenn die Menschen einen Job haben und damit ihr Leben selbst gestalten können.

„Je mehr wir jetzt diesbezüglich investieren, desto höher der perspektivische Nutzen für alle“, sagt Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und hat das Thema „Flüchtlinge in Arbeit“ ganz oben auf ihre Agenda gesetzt.

Da aber viele Flüchtlinge keine Schul- und Berufsabschlüsse haben, die in einem Hochtechnologieland wie Deutschland gebraucht werden, geht das nicht so schnell und reibungslos mit der Integration in den Arbeitsmarkt. Deshalb werden zunächst kleinere Brötchen gebacken. Schöttlers Aktionsplan heißt nunmehr „Flüchtlinge im Praktikum“, und er macht Fortschritte.

Am Ende einer weiteren Arbeitsrunde zum Thema mit Unternehmern aus den drei bezirklichen Unternehmensnetzwerken, mit Vertretern der Arbeitsagentur, der Arbeiterwohlfahrt, der Flüchtlingskoordinatorin und der bezirklichen Wirtschaftsförderung im Rathaus Schöneberg wurde das Ziel formuliert, die Kontaktaufnahme zwischen Flüchtling und Arbeitswelt „niedrigschwellig“ anzulegen. „Menscheln muss es“, so Schöttler. Hauptträger des gemeinsamen Aktionsplanes sind kleine und mittelständische Betriebe.

Es geht zunächst um das Angebot von Praktikumsplätzen. Für eine Vorauswahl der Bewerber ist die Arbeitsagentur zuständig. Sie prüft die beruflichen Erfahrungen und Fähigkeiten der Aspiranten. Nach dem „Profiling“ der Praktikanten in den Betrieben werden die jungen Flüchtlinge gezielt zur Vermittlung von Ausbildungsplätzen eingeladen. Die neu geschaffene Jugendberufsagentur kann bereits registrierte junge Leute benennen.

Allerdings soll der betrieblichen Ausbildung eine sechsmonatige Einstiegsqualifizierung vorgeschaltet werden, so der Wunsch des Arbeitskreises. Den Unternehmen sei es wichtig, dass die Auszubildenden nach ihrer Ausbildungszeit dem deutschen Arbeitsmarkt auch erhalten bleiben. Schließlich investieren sie in die Ausbildung.

Erste Erfahrungen sind bereits gemacht. Die Promess GmbH in Marienfelde hat zwei junge Syrer als Praktikanten eingestellt. Beide seien hochmotiviert und unterstützten sich gegenseitig, berichtet Gerhard Lechler. Der Promess-Geschäftsführer kümmert sich persönlich um die beiden jungen Leute und schult sie in mathematischen Fächern nach. Auch die Firma Schindler bereitet seit dem 1. März acht Flüchtlinge auf eine Arbeit als Techniker oder Monteur in der Aufzugsbranche vor.

Wichtig für die Akzeptanz der Flüchtlinge im Betrieb sei ein „Kümmerer“, so Angelika Schöttler. „Wünschenswert wäre es, in den Unternehmensnetzwerken jeweils eine Person zu bestimmen, die die Auszubildenden betriebsübergreifend betreut“, sagt die Bezirksbürgermeisterin. KEN
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