Vorreiter in Berlin: Caritas hilft Kindern süchtiger Eltern

Berlin: Caritas Jugend- und Suchtberatung Spandau |

Spandau. In Spandau gibt es eine Gruppe, die sich um Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren kümmert, deren Eltern Suchtprobleme haben. Das Angebot der Caritas Jugend- und Suchtberatung Spandau, Hasenmark 3, ist in der benachbarten Kindertagesstätte St. Marien angesiedelt. Es ist das erste Projekt dieser Art in Berlin.

Wie notwendig ein Angebot für diese Kinder ist, betonte Frank Bewig (CDU), Stadtrat für Gesundheit und Soziales, bei der Vorstellung des Projekts am 13. Februar. "In der Havelstadt leben rund 6000 Kinder in suchtgefährdeten Familien", so Bewig. Der "Arbeitskreis Kinder aus suchtbelasteten Familien" mit Vertretern des Bezirksamts und in diesem Bereich engagierten Einrichtungen sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es unbedingt notwendig sei, eine breite Öffentlichkeit in dieser Thematik zu sensibilisieren.

Die Gruppe mit ihren zwei Betreuerinnen wird derzeit vom Bonifatius-Werk finanziert. Bewig ist jedoch bemüht, künftig eine Finanzierung durch seine Abteilung sicherzustellen. "In der Gruppe können die betroffenen Kinder mit Gleichaltrigen spielen, ihre Erlebnisse austauschen und miteinander über ihre Sorgen sprechen", sagt Ilka Rhein, Kinder- und Jugendlichentherapeutin bei der Caritas und mit Katharina Walzog, Leiterin der Kindertagesstätte St. Marien, für die Gruppe verantwortlich. Dabei spiele die Kooperation mit den Eltern eine wichtige Rolle.

"Ziel der Gruppe ist es, die Kinder zu stärken und die Eltern zu ermutigen", sagte Rolf Göpel, Regionalleiter Berlin der Caritas. Dabei sei besonders die Zusammenarbeit der Kita mit der Suchtberatung wichtig. "Hier in der Gruppe finden diese Kinder, die sonst zu Hause oft mit ihren Bedürfnissen zurückstehen müssen, einen Ort, an dem sie mit ihrer Persönlichkeit wichtig sind", betonte Margit Nowak, Leiterin der Jugend- und Suchtberatung Spandau. Die Notwendigkeit des Angebots unterstrich auch Dirk Welzel, Koordinator für Suchthilfe und Suchtprävention im Bezirksamt. "Die Erfahrung zeigt, dass rund die Hälfte der Kinder aus suchtgefährdeten Familien Gefahr laufen, selbst suchtkrank zu werden oder psychische Schäden erleiden", sagte er.

"Meine Abteilung und ich unterstützen diese und andere Interventionen, um dazu beizutragen, dass die Lebensfreude, Selbstachtung und Konfliktfähigkeit der Kinder in Spandau weiter gefördert werden", versicherte Bewig. Und Welzel betonte, dass "seine Abteilung sehr genau darauf achte, dass im Bezirk alle Angebote im Bereich Suchthilfe ineinander greifen".

Weitere Infos unter 66 63 36 30 oder i.rhein@caritas-berlin.de.

Michael Uhde / Ud
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