Flinke Füße nötig: Verkehrslenkung hält weitere Ampel auf Neuendorfer Straße für unnötig

Gefahrlos ist das Queren der Neuendorfer Straße auch für Autofahrer nicht. Fußgänger müssen länger warten. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Auf der Neuendorfer Straße wird es in Höhe der Bismarckstraße keine Ampel geben. Die Verkehrslenkung Berlin hat geprüft und sagt Nein.

Wer auf der Neuendorfer Straße zwischen Falkenseer Platz und Bismarckstraße über die sechsspurige Fahrbahn will, muss flinke Füße haben. Der Mittelstreifen ist zwar breit. Doch in Höhe der Bismarckstraße macht die Neuendorfer in Richtung Falkenseer Platz eine leichte Rechtskurve, weshalb Autos, die dort in der Regel zügig unterwegs sind, schnell übersehen werden können. Das sehen auch die Bezirksverordneten so, die auf Auftrag der CDU-Fraktion eine Ampel auf besagtem Straßenabschnitt fordern.

Verkehrslenkung: "Auch Fußgänger mit Rollator haben ausreichend Zeit"

Zuständig für Ampeln auf Berlins Straßen ist die Verkehrslenkung Berlin (VLB) und die hat dem Ansinnen der Spandauer nach eingehender Prüfung eine Absage erteilt. Auf dem rund 200 Meter langen Straßenabschnitt gibt es am Falkenseer Platz und am Abzweig zur Schönwalder Straße bereits zwei Ampeln auf der Neuendorfer Straße. Laut VLB entstünden dadurch „ausreichend große Lücken“, um Fußgängern, selbst mit kleinen Kindern oder Rollatoren das gefahrlose Überqueren in Höhe der Bismarckstraße zu ermöglichen. Das hätten wiederholte Verkehrsbeobachtungen zu Spitzenzeiten ergeben. Komme es dort zu Unfällen, seien in den meisten Fällen ungenügende Sicherheitsabstände der Autofahrer, nicht gewährte Vorfahrten oder plötzliche Fahrstreifenwechsel die Hauptursachen. Das bestätigt laut VLB die Verkehrsunfallstatistik. Für drei Ampeln im Abstand von 100 Metern sieht die Straßenverkehrsbehörde keine Notwendigkeit.

Was durchaus nachvollziehbar ist, denn die Autofahrer drei Mal kurz hintereinander zum Halten zu zwingen, bringt wieder andere Probleme mit sich und droht die Strecke zwischen Falkenseer Platz und Schönwalder Straße wegen Staus noch unübersichtlicher zu machen. Das wäre mit einem Zebrastreifen als Alternative nicht besser. Passanten müssen also auch künftig die Beine in die Hand nehmen oder ein paar Schritte mehr zur nächsten Ampel zu laufen. uk
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Max Headroom aus Spandau | 12.01.2017 | 21:36  
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