Wohnen wird teurer: Mieten im Bezirk stiegen seit 2014 um fast zehn Prozent

Spandau. Die Mieten ziehen an. Für Spandauer wird es immer schwerer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Trotzdem wohnt es sich hier noch günstiger als anderswo.

In Spandau sind die Mieten gestiegen. Wer 2016 hier eine Wohnung bezog, musste im Schnitt 7,35 Euro kalt pro Quadratmeter zahlen. Im Jahr zuvor waren es noch 6,99 Euro. Das ist einer Steigerung von mehr als fünf Prozent. Berlinweit stiegen die Mieten dagegen nur um gut drei Prozent. Das zeigt der Wohnungsmarktbericht 2016 der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB), der jetzt vorliegt. Die IBB hat dafür die Angebotsmieten von rund 70.000 Wohnungen bei ImmobilienScout24 verglichen.

Hohe Steigerung, dennoch vergleichsweise günstig

Danach zogen die Mietpreise in Spandau seit 2014 sogar um fast zehn Prozent an. Wobei der Bezirk ein zweigeteiltes Bild abgibt: Im Süden mit mittleren bis guten Wohnlagen liegen die Mieten im Schnitt bei acht bis über elf Euro pro Quadratmeter und sind damit höher als in den nördlichen Ortsteilen mit Mieten zwischen unter sechs bis unter neun Euro. Preiswerte Wohnungen zu finden, wird für die Spandauer immer schwieriger. Die Mieten steigen schneller als die Einkommen. Zum anderen ziehen immer Menschen aus den teuren Innenstadtbezirken in den Außenbezirk. Zwar zählt Spandau noch zu den preisgünstigen Bezirken. Im Nachbarbezirk Reinickendorf etwa liegt der Quadratmeterpreis schon bei acht Euro im Mittel, in Friedrichshain-Kreuzberg bei 11,50 Euro. Doch: „Die Mieten werden in Spandau weiter steigen. Wir nähern uns rasant der Zehn-Euro-Marke“, warnt Uwe Piper vom Alternativen Mieter- und Verbraucherschutzbundes AMV.

Berlin brauche unter anderem mehr staatlich subventionierte Mietwohnungen. Neubau allein reiche nicht aus. In Spandau setzt man beim Wohnungsneubau auf eine sozialverträgliche Mischung in den Kiezen. Neben bezahlbarem Wohnraum müsse es auch Angebote für den Mittelstand und Wohneigentum geben, sagt Baustadtrat Frank Bewig (CDU), und zwar auch, um den Verdrängungsprozess aus der Innenstadt nach Spandau nicht weiter zu fördern. uk
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