Nette Toilette für Lichterfelde-West

(Foto: Logo: Studioo GmbH, Konzept- und Werbeagentur)

Steglitz. Öffentliche Toiletten gibt es nur wenige in Steglitz-Zehlendorf. Grund ist unter anderem das Monopol der Firma Wall. Sie verlangt für jede aufgestellte City-Toilette als Gegenleistung vom Bezirk große Werbeflächen. Die Fraktion der Piraten bringt nun das Projekt "Nette Toilette" ins Gespräch.

Immer wieder kritisieren vor allem ältere Bürger, dass sie das kleine "Örtchen" auf Plätzen oder an belebten Straßen vermissen. Junge Mütter halten vergeblich nach öffentlich zugänglichen Wickelräumen Ausschau. Besonders im belebten Kiez Lichterfelde-West häufen sich die Beschwerden. Es gibt jede Menge Einkaufsmöglichkeiten rund um den S-Bahnhof, aber keine öffentliche Toiletten. Eine solche öffentliche Anlage ist teuer. Pflege und Wartung verursachen hohe Kosten. Der Bezirk will sich solche Investitionen nicht leisten. Die Möglichkeit, durch die Wall-AG eine City-Toilette aufstellen und betreiben zu lassen, ist immer mit der Gegenleistung nach Werbeflächen im öffentlichen Raum verbunden. Das lehnt das Bezirksamt ebenfalls ab.

Aber was tun, wenn die Blase drückt? Einfach in die nächste Gaststätte zu gehen, um nur schnell seinem Bedürfnis nachzukommen, ist vielen Menschen unangenehm und wird auch von Gastronomen nicht gern gesehen.

Mit dem Projekt "Nette Toilette" könnte das anders werden. Der Anstoß dazu kommt aus der Piraten-Fraktion. Sie stützt sich dabei auf eine Initiative, die bereits in rund 170 Städten und Gemeinden Deutschlands erfolgreich umgesetzt wird. Die Idee dahinter ist es, Gastronomen und Einzelhändler einzubeziehen. Sie sollen ihre Toilette zur öffentlichen Nutzung kostenlos zur Verfügung stellen. Im Gegenzug übernimmt die Kommune anteilig die Kosten für die Reinigung.

Das Projekt "Nette Toilette" würde sicher auch im Bezirk dankbar angenommen. "Die Aktion ist eine preiswerte und qualitativ zufriedenstellende Lösung", erklären die Piraten. In einem Antrag fordern sie das Bezirksamt auf, an einem ausgewählten Standort wie beispielsweise dem Kiez Lichterfelde-West, die Aktion als Pilotprojekt zu starten. Es soll dafür bei den ansässigen Geschäftsleuten werben. Die beteiligten Betriebe bekommen dann ein Logo im Eingangsbereich mit dem Hinweis auf das "öffentliche Örtchen". Letztlich profitieren Gastronomen auch davon. Sie bekommen den einen oder anderen neuen Gast und Zuschüsse für den Unterhalt der Toilette.

Das Pilotprojekt soll nach Vorstellung der Piraten zunächst für einen begrenzten Zeitraum von etwa einem Jahr durchgeführt werden.

Ob sich die "Nette Toilette" auch im Bezirk durchsetzen kann, müssen zunächst die Bezirksverordneten entscheiden. Der Piraten-Antrag muss noch von der BVV beschlossen werden.


Karla Menge / KM
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