Robert-Koch-Institut weiht neues Laborgebäude an der Seestraße ein

Bis zu maximal vier Stunden arbeiten die Mitarbeiter des RKI unter Vollschutz im neuen Hochsicherheitslabor. Danach erfolgt die Dekontaminierung der Schutzbekleidung in einer sicherheitsschleuse. (Foto: Kahle)

Wedding. Am 3. Februar wurde in Anwesenheit von Kanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Hermann Gröhe und Umweltministerin Barbara Hendricks das neue Labor- und Bürogebäude des Robert-Koch-Instituts, Seestraße 10, eingeweiht.

Im Zentrum des Neubaus befinden sich auch Labors der höchsten Sicherheitsstufe S 4, in dem Erreger wie Ebola-, Marburg- und Lassaviren sicher untersucht werden können. Die Labors besitzen eine eigene Luft-, Strom- und Wasserversorgung; mehrstufige Sicherheitssysteme verhindern, dass Krankheitserreger ins Freie gelangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) ist das einzige Bundesinstitut im humanmedizinischen Bereich mit einem S 4-Labor.

Als zentrale Einrichtung für den Infektionsschutz in Deutschland führt das RKI zahlreiche diagnostische und experimentelle Arbeiten durch. Bei importierten, hoch ansteckenden Krankheiten ist eine schnelle Diagnostik notwendig, um über Quarantänemaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten entscheiden zu können. Das S 4-Labor ermöglicht den sicheren Umgang mit solchen Patientenproben. Darüber hinaus ermöglicht es den Wissenschaftlern, hochpathogene Erreger und deren Bekämpfung gezielt zu erforschen.

Nach seiner Einweihung durchläuft das S 4-Labor zunächst eine längere Testphase, bevor es voraussichtlich Ende des Jahres in Betrieb geht.

Der Bau des Hochsicherheitslabors ist Teil einer großen Baumaßnahme, bei der Laboratorien, Büroflächen und andere technische Einrichtungen des Robert Koch-Instituts in der Seestraße und am Nordufer modernisiert werden. Damit ist das RKI technisch auf dem neuesten Stand und wird den Anforderungen gerecht. Die alten Labors waren über 40 Jahre alt und nicht mehr sanierbar.

Die Baukosten in der Seestraße sind zurzeit mit rund 170 Millionen Euro veranschlagt. 166 Millionen Euro kommen aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Gesundheit sowie rund vier Millionen Euro für Energieeinsparungsmaßnahmen aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.


Michael Kahle / m.k.
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