Weißenseer Kinderkrankenhaus geht voraussichtlich an Berlin zurück

Weißensee. Für das frühere Kinderkrankenhaus Weißensee gibt es wieder Hoffnung. Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass die Immobilie an das Land Berlin zurückgeht.

"Das macht es möglich, dass ein neues Vergabeverfahren gestartet wird. Dafür werden wir uns als Bezirkspolitiker starkmachen", so Bürgermeister Matthias Köhne (SPD). Unter anderem könnten auf dem Areal in der Hansastraße 178/180 neue Wohnungen gebaut werden. Noch ist laut Köhne die Entscheidung des Landgerichtes aber nicht rechtskräftig. Das wird sie erst, wenn die bisherige Eigentümerin keine Rechtsmittel einlegt.

Das Kinderkrankenhaus Weißensee steht seit 1996 leer. Es fiel dem damaligen Bettenabbau in der Berliner Krankenhauslandschaft zum Opfer. Später ging das landeseigene Grundstück an den Liegenschaftsfonds Berlin. Die Senatsfinanzverwaltung beauftragte ihn mit der Vermarktung. Die historischen Krankenhausgebäude sollten saniert werden, der Verkaufserlös in die Landeskasse fließen. Doch aus diesen Plänen wurde nichts. Im Gegenteil: Das Land Berlin hat noch keinen Cent vom Kaufpreis gesehen. Und die Gebäude auf dem Gelände verfallen. Immer wieder musste die Feuerwehr anrücken, um Brände in den Gebäuden zu löschen. Allein im vergangenen Jahr brannte es 14 Mal.

Bisheriger Eigentümer der Immobilie ist die MWZ Bio-Resonanz GmbH. Sie wollte ein wissenschaftliches Zentrum für Krebsforschung errichten. Das sollte ursprünglichen Plänen zufolge schon längst in Betrieb gegangen sein. Weil sich aber über Jahre nichts tat, trat der Liegenschafsfonds im Mai 2013 vom Kaufvertrag zurück. Die Käuferin legte allerdings Widerspruch ein. Senat und der Liegenschaftsfonds bemühten sich danach, eine gütliche Einigung mit der Käuferin zu erzielen.

Weil das nicht gelang, reichte das Land Berlin Klage auf Rückübertragung des Grundstücks ein. Mit Erfolg, wie das Urteil des Landgerichts in erster Instanz zeigt. Die Pankower Bezirksverordneten nahmen diese Entscheidung auf ihrer jüngsten Sitzung mit viel Beifall auf. Seit Jahren hatten sie sich immer wieder mit der Immobilie zu beschäftigen. Aufgrund der bisherigen Rechtslage konnten sie aber nichts bewegen.


Bernd Wähner / BW
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