Traditionsreicher Veranstaltungsort hat neuen Betreiber

Vinh Lai, Hansi Oostinga und Robert Haag vom Verein organisieren das Programm in der Freilichtbühne. (Foto: BW)

Weißensee. Die Freilichtbühne am Weißen See wird in diesem Jahr wieder bespielt. Dafür sorgen die Mitglieder des Vereins Freunde der Freilichtbühne Weißensee, der sich gerade in Gründung befindet.

Zu diesem schlossen sich Cineasten zusammen. Sie bewarben sich beim Bezirksamt um den Betrieb des traditionsreichen Veranstaltungsorts. Im Februar dieses Jahres erhielt der Verein einen Pachtvertrag. "Wir begannen dann sofort, an einem Programm für die Saison zu arbeiten", sagt Robert Haag vom Verein. Inzwischen steht fest, dass das Open-Air-Kino startet am 15. Mai. Da steht der Filmklassiker "Die Legende von Paul und Paula" auf dem Programm. Weiter geht es am 16. Mai mit "Papadopoulus und Söhne" und am 17. Mai mit "Paulette". Beginn ist jeweils um 21 Uhr. Die neuen Betreiber haben sich vorgenommen, bis Ende September Filmklassiker, aber auch aktuelle Arthouse-Produktionen zu zeigen.

Dass sich mit dem Verein Freunde der Freilichtbühne Weißensee ein Betreiber fand, grenzt schon fast an ein Wunder. Denn für Veranstaltungen auf der Freilichtbühne gelten strenge Lärmschutzauflagen. Errichtet wurde die Freilichtbühne am Ufer des Weißen Sees im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks ab 1955. Sie hat circa 2000 Sitzplätze. Am 1. Mai 1957 wurde sie eingeweiht. In den ersten Jahren war sie vor allem Freiluftkino. Ab den 60er-Jahren fanden dann auch Konzerte statt. In den späten 70ern wurde die Leitung und Programmgestaltung der Bühne an das Kulturhaus "Peter Edel" übertragen.

Nur noch sporadisch

Doch dessen Mitarbeiter hatten gar nicht die Kapazitäten dafür. So fanden Veranstaltungen vor allem noch zum Weißenseer Blumenfest statt. Als die Bühne dann direkt dem Kulturamt des Bezirks unterstellt wurde, fanden wieder mehr Veranstaltungen, vor allem auch Rockkonzerte statt. 1993 investierte das Weißenseer Bezirksamt etwa eine Million D-Mark in die Sanierung, unter anderem in ein Bühnendach. Die Programmgestaltung wurde allerdings Agenturen überlassen, weil das Bezirksamt kaum Geld dafür hatte. 2003 ist der Betrieb der Bühne erstmals öffentlich ausgeschrieben worden. Den Zuschlag als Pächter erhielt seinerzeit eine Agentur, die Kino und Konzerte organisierte. Allerdings gab es viele Beschwerden wegen des Lärms von Anwohnern; der Betreiber zog sich zurück. Das Problem: Rund um die Bühne entstanden immer mehr Wohnungen. Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk konnte zuletzt nur noch sporadisch bespielt werden.

Aus Gründen des Lärmschutzes dürfen nur noch zehn Veranstaltungen im Jahr stattfinden. Das ist wenig rentabel. Die Freunde der Freilichtbühne kamen daher auf eine grandiose Idee. Sie richteten im Wirtschaftshof eine kleinere Bühne mit circa 200 Plätzen ein. Diese kann an fünf Tagen in der Woche ohne große Einschränkungen bespielt werden.

An den zehn Tagen im Jahr, an denen die große Bühne zur Verfügung steht, sind zum Beispiel Stummfilmkonzerte geplant, so am Wochenende 31. Mai und 1. Juni mit der Band Tronthaim und dem Film "Sinfonie der Großstadt" sowie mit Carsten-Stephan Graf von Bothmer, der den Klassiker "Das Cabinet des Dr. Caligari" am Klavier begleiten wird.

Ein weiterer Höhepunkt wird die traditionelle Aufführung des "Traumzauberbaums" am 5. Juli um 15 Uhr sein. Neben diesen großen Veranstaltungen sollen auf der kleinen Bühne auch Kinder auf ihre Kosten kommen, betont Hansi Oostinga vom Verein. Geplant sind Filmaufführungen, Puppentheater und Lesungen. Zur Fußballweltmeisterschaft findet dort natürlich auch ein Public Viewing statt.

Das aktuelle Programm steht im Internet auf http://freilichtbühne-weissensee.de.

Bernd Wähner / BW
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