Rund 700 Zehntklässler testeten die Rauschbrille

Am Fahrsimulator erlebten die Jugendlichen eine "realistische Autofahrt". (Foto: Stefanie Roloff)
Berlin: Rathaus Zehlendorf |

Steglitz-Zehlendorf. "Fit für die Straße" werden und das ganz ohne Alkohol und Drogen. Die Veranstaltung zur Verkehrssicherheit für Jugendliche informiert anschaulich über verantwortliches Fahren.

Dass es bei der Aktion "Fit für die Straße - no drinks - no drugs - no problem" nicht um langweilige Theorie geht, wird gleich zum Auftakt der Veranstaltung vom 24. bis 26. Februar im Rathaus Zehlendorf klar. Ein Polizeibeamter begrüßt von der Bühne aus die anwesenden Zehntklässler. Ein Gewinnspiel mit Führerscheinfragen und ein Feedbackbogen werden ausgeteilt. Wer ihn vollständig ausfüllt, darf sich einen alkoholfreien Cocktail an der Saftbar abholen. Das hebt die Stimmung der Jugendlichen und sorgt für amüsiertes Gelächter.

Bereits zum 10. Mal findet die Aktion im Bezirk statt. Sie ist Teil der berlinweiten Kampagne zur Suchtprävention "Na klar". Die Veranstalter, zu denen neben der bezirklichen Fachstelle für Gesundheitsförderung und Prävention "Gesundheit 21" Kooperationspartner wie die Berliner Polizei (Direktion 4), der ACE (Auto Club Europa) und die DEKRA gehören, wollen aufklären.

Aber das nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe mit den Jugendlichen: "Wir haben unterschiedliche Träger auf der Veranstaltung - das ist gut zur Vernetzung und baut Schwellenängste ab," erklärt Ralf Hepprich, der bei Gesundheit 21 zuständig für die schulische Suchtprävention ist.

Rund zwei Stunden dauert die Aktion für die anwesenden Klassen, dann kommen die nächsten dran. Während dieser Zeit können sie sich an Ständen über Alkohol, Drogen und Verkehrssicherheit informieren. Die Hauptattraktionen sind der Fahrsimulator, zwei Reaktionstestgeräte und ein Rauschbrillen-Parcours. Hier erfahren die Schüler den Kontrollverlust durch Alkohol und können ihre Reaktionsfähigkeit testen.

Anja Ohnimus, Kontaktlehrerin für Suchtprophylaxe am OSZ Bürowirtschaft findet gut, "dass die Schüler hier alles mögliche ausprobieren können." Sie glaubt, dass damit ein Nachdenken über das eigene Verhalten angeregt werde. Die 16-jährige Schülerin Clara teilt ihre Ansicht: "Ich glaube, die Veranstaltung rüttelt Leute wach und zeigt, dass Alkohol doch nicht so cool ist, wie alle anderen immer sagen." Der Gruppenzwang sei für viele Jugendliche ein großes Problem, schätzt sie ein.

Wie im Flug sind die zwei Stunden vergangen. Am Ende werden noch zwei kurze Filme aus Großbritannien gezeigt, die drastisch vorführen, was bei Fehlverhalten im Auto passiert.

Für Ralf Hepprich ist die Aktion ein wichtiger Baustein der Suchtprävention. Um die positiven Effekte zu verstärken, sei aber eine längerfristige Zusammenarbeit mit den Schulen nötig.


Stefanie Roloff / sr
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