Breite Radspuren für Pedelecs an der Argentinischen Allee

An der Kreuzung Clayallee bleibt die Argentinische Allee wie sie ist. Bis zum U-Bahnhof Krumme Lanke soll sie aber einspurig werden, damit breitere Radstreifen angelegt werden können. (Foto: Ulrike Martin)

Zehlendorf. Die Fahrspuren schmaler, die Fahrradwege breiter machen: Der Senat plant die Umgestaltung der Argentinischen Allee. In der Bezirksverordnetenversammlung gab es dazu eine heftige Debatte.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung plant einen Pedelec-Korridor zwischen Steglitz und den südwestlichen Umlandgemeinden. Für Pedelecs, Fahrräder mit Elektromotoren, soll diese Route bequem und sicher sein. Dazu sind zwei Meter breite Radspuren auf den Fahrbahnen geplant. Auf dem Teilstück zwischen Clayallee und Zinnowweg soll die Argentinische Allee auf jeweils eine Fahrspur verengt werden. Zwischen Mexikoplatz und Zinnowweg werden die Parkplätze auf den Gehwegunterstreifen verlegt.

Diese Umgestaltung lehnt die CDU-Fraktion ab. Besonders zwischen Clayallee und Fischerhüttenstraße gebe es bereits jetzt Staus, erklärte der Fraktionschef Torsten Hippe. Mit nur einer Fahrspur gehe gar nichts mehr. „Diese Strecke ist die Umleitung für die A 115.“ Den Radverkehr attraktiver machen, sei unterstützenswert, aber nicht auf Kosten der Autofahrer.

Pirat Georg Boroviczeny befürchtet ebenfalls mehr Staus. „Wir brauchen eine vernünftige Verkehrsführung. Dieser Plan ist es nicht.“ Und der Vorsitzende der Piraten Eric Lüders gab zu bedenken: „Radfahrer sollen überholen können, Autofahrer nicht? Das ist ungerecht.“

Grünen-Fraktionschef Uwe Köhne hielt der CDU entgegen, dass Autofahrer, die Tempo 50 oder 60 führen, die Höchstgeschwindigkeit erreicht hätten. "Sie brauchen nicht zu überholen“, sagte Köhne. Pedelecs hingegen seien schneller als normale Fahrräder, sie müssten die Chance zum Überholen haben, was auf einem schmalen Weg aber gefährlich sei.

Auch die Sorge um wegfallende Parkplätze konnte Köhne nicht nachvollziehen: „Es fallen nur wenige weg und zwar nur dort, wo sowieso kein Parkdruck besteht.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta teilt die Einschätzung. Er betonte zudem: "Dass der Radverkehr zunimmt, belegen alle Statistiken.“

Einig waren sich alle Fraktionen über die Notwendigkeit einer Ampel an der Kreuzung Argentinische Allee und Waltraudstraße/Am Waldfriedhof. Sie forderten das Bezirksamt auf, sich nochmals bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB) dafür einzusetzen. Diese hatte den Wunsch in der Vergangenheit mehrfach abgelehnt.

Die Maßnahmen zur Umgestaltung der Argentinischen Allee sollen den Planungen des Senats 2017 beginnen und 2019 beendet sein, wie Stadträtin Christa Markl-Vieto (B‘90/Grüne), zuständig für die Abteilung Tiefbau, in ihrer Antwort auf die Anfrage mitteilte. uma
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