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  • 27. Juni 2017, 00:00 Uhr
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„Die Amis denken, ich bin ein Deutscher“

4. Juli 2017 um 20:00
Thalia-Kino, 12249, Berlin
Filmemacher Patrick Meyer (links) und der „alte Ami" Rik de Lisle.
Filmemacher Patrick Meyer (links) und der „alte Ami" Rik de Lisle. (Foto: K. Rabe)

Lankwitz. Er ist wohl der bekannteste Ami der Stadt. Jeder, der in Berlin aufgewachsen ist, kennt ihn: Rik de Lisle. Der ehemalige Airforce-Sergeant, Radiomoderator und DJ ist eine Radiolegende in Deutschland. Jetzt erscheint eine Dokumentation über den Wahlberliner.

„Hier ist der alte Ami Rik de Lisle“, so begrüßte de Lisle seine Hörer in Deutschland. Seine lockere Art zu moderieren, der amerikanische Akzent und die Musik, die er auflegt, machen ihn noch heute zu einem der beliebtesten Radiomoderatoren Berlins. „Die Berliner haben mich einverleibt“, erklärt er, warum er sich so wohl in der Stadt fühlt und ihn heute nichts mehr in die USA zurück zieht. „Die Amis denken inzwischen, ich bin ein Deutscher“, sagt er lachend.

Seit über 40 Jahren lebt Rik de Lisle in Deutschland, die meiste Zeit davon in Berlin-Lichterfelde. Der Film zeigt Stationen aus dem Leben des „Alten Ami“. Er selbst denkt zurück an seine Zeit bei AFN, danach RIAS 2 und später bei 94,3 rs2. Seine Frau und die erwachsenen Kinder plaudern aus dem Nähkästchen, Kollegen und auch Fans kommen zu Wort. Auf einem alten Tape sind Aufnahmen der vielen Interviews zu sehen, die er geführt hatte. Prominente Gesprächspartner waren zum Beispiel Tally Savalas, Bo Dereck, Carlos Santana und auch Hildegard Knef.

Patrick Meyer hat den Film gemacht. Normalerweise berichtet Meyer in seinem Video-Blog „Kiezreport“ aus den Kiezen im Bezirk und spürt hier interessante Geschichten auf. Der Film über Rik de Lisle ist sein bislang größtes Projekt und so etwas wie eine Liebeserklärung an „The Old Ami“, den er seit er denken kann aus dem Radio kennt.

„Ich habe mich schon immer gefragt, warum es keinen Film über diesen Amerikaner gibt, der so viele Berliner für sich gewonnen hat. Jeder kennt ihn als Moderator, doch kaum jemand weiß etwas über ihn als Menschen“, sagt Meyer. Als er de Lisle bei einem Videodreh am AFN-Gebäude persönlich kennenlernte, stand sein Entschluss fest: Er wollte einen Film über die Radiolegende machen. Im Oktober 2015 war dann der erste Dreh.

„In meinem Film erzählt Rik auch über Dinge, über die er sonst nicht redet“, sagt Meyer. Seit über 40 Jahren kennen die Radiohörer ihn als Moderator hinterm Mikrofon. Doch es gab auch eine Zeit davor. So wird unter anderem über den Vietnam-Krieg gesprochen, über seine ersten Jahre in Berlin und die Zeit des Mauerfalls. „Nach dem Film werden die Leute mehr Privates von Rik de Lisle wissen, einiges über die Geschichte Berlins und das Lebensgefühl in der Stadt erfahren und auch gut unterhalten werden mit einer interessanten und einmaligen Lebensgeschichte“, ist sich Meyer sicher.

Rik de Lisle ist sehr gespannt auf den Film, denn er hat ihn selbst noch nicht gesehen. „Ich war total überrascht, dass jemand so etwas machen will. Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich alles gesagt habe. Und ich bin sehr gespannt, was die anderen über mich gesagt haben. Ich werde langsam nervös“, gesteht er.

Am 4. Juli ist es soweit. Der Film läuft in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln um 20.15 Uhr im Thalia-Kino, Kaiser-Wilhelm-Straße 71. Natürlich wird Rik de Lisle dort sein und auch einige seiner Freunde und Kollegen haben bereits zugesagt.

Karten zu acht Euro, ermäßigt sieben Euro, gibt es unter http://asurl.de/13f8 oder unter  774 34 40. KaR

Mehr Informationen gibt es auf www.TheOldAmi.com.
Autor: Karla Rabe
aus Steglitz
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