Nicht in den nächsten fünf Jahren
Rascher Anschluss an die Kanalisation nicht in Sicht

Hans Nischwitz am Deckel seiner Abwassergrube. Sie muss regelmäßig durch ein Abfuhrunternehmen geleert werden.
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  • Foto: Bernd Wähner
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Jede Woche donnern sie durch die Nummernstraße nördlich der Sellheimbrücke: die Fahrzeuge von Abwasser-Entsorgungsunternehmen.

Ihr Ziel sind Einfamilienhausgrundstücke, die noch nicht an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen sind. Die Besitzer müssen zwar Gebühren für ihr Wasser zahlen. Aber ihr Abwasser wird nicht über das öffentliche Leitungssystem der Berliner Wasserbetriebe entsorgt.

Stattdessen werden die Abwässer in Gruben gesammelt und von Entsorgungsunternehmen regelmäßig abgepumpt. Dafür zahlen die Eigentümer noch einmal separat. „Bisher waren es bei mir 60 Euro für acht Kubikmeter Abwasser“, berichtet Hans Nischwitz. „Wegen der Maut wurden die Kosten auf 70 Euro angehoben.“

Doch nicht nur wegen der Kosten bemühen sich die Grundstücksbesitzer seit Jahren um einen Anschluss. Auch aus ökologischer Sicht ist der Abtransport des Abwassers mit Lkw in einer Großstadt alles andere als zeitgemäß.

Hans Nischwitz hat sein Grundstück an der Straße 44. Sein Haus baute er 1995. „Seinerzeit hieß es, dass das Gebiet bis zum Jahr 2000 an das Berliner Abwassernetz angeschlossen wird“, sagt er. Deshalb haben er und andere Häuslebauer nicht nur eine Abwassergrube angelegt, sondern im Grundstück auch gleich die Leitungen für einen Anschluss verlegt.

Hoffnung keimte auf, als Senat und Wasserbetriebe im April verkündeten, dass in den nächsten Jahren weitere Siedlungsgebiete sukzessive an das Abwassernetz angeschlossen werden. Hans Nischwitz fragte bei den Wasserbetrieben nach. „Mir wurde erklärt, dass unser Gebiet für einen Anschluss nicht vorgesehen ist“, sagt er. Stattdessen sollen seinen Informationen nach nur die künftigen Wohnungsbau-Flächen, etwa zwischen Straße 70 und 67 und nordwestlich der Blankenburger Chaussee, angeschlossen werden. „Da kann man unseren Bereich doch mit anschließen“, meint er.

Auf Anfrage der Berliner Woche teilt der Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe, Stephan Natz mit, dass Karow Süd und Karow Ost inzwischen für einen Anschluss vorgesehen sind. Das werde allerdings in mehreren Bauabschnitten bis 2030 erfolgen. Die Straße 44 und umliegende Straßen sollen nach Stand der Planung ab 2023 bis 2026 dran sein. Die Straßen 69 bis 73 werden erst 2028 bis 2030 folgen.

Stephan Natz weist aber darauf hin, dass diese Ausführungsjahre auf einer Machbarkeitsstudie basieren, in der technisch mögliche Umsetzzeiträume angegeben werden. Diese könnten sich aber im Laufe der Detailplanung oder wegen veränderter Rahmenbedingungen noch ändern. „So muss als zwingende Voraussetzung noch eine Trasse für den Hauptvorflutkanal im geplanten Wohnungsbaupotenzialstandort Karow Süd gesichert werden“, so Natz.

Die Einfamilienhausbesitzer an den Nummernstraßen müssen also noch einige Jahre Geduld aufbringen.

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