Streit um Aufstellungsorte von Infotafeln entbrannt

Norbert Kampe, Leiter des Hauses der Wannseekonferenz, wünscht sich mehrere Infostelen.
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Wannsee. Die geplanten Hinweistafeln zur Vergangenheit am Wannsee stoßen auf Kritik. Fachleute lehnen das vorgestellte Konzept der Stelen ab.

Sowohl der geplante Aufstellungsort an der Königstraße wie die Einteilung der Tafeln selbst ist umstritten. Einerseits soll auf der Stele an die frühere "Colonie Alsen", andererseits an Institutionen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert werden. "Eine einzige Stele Am Großen Wannsee wird der Colonie Alsen nicht gerecht", sagt Wolfgang Immenhausen, Galerist der Mutter Fourage in der nahen Chausseestraße. Ähnlich argumentiert auch der Leiter des Hauses der Wannsee-Konferenz (HWK), Norbert Kampe. Als Erinnerung an die NS-Einrichtungen sei die Ecke Königstraße/Am Kleinen Wannsee nicht geeignet, erläutert der Historiker. "Dabei handelt es sich um zwei ganz konkrete Grundstücke, von denen eines noch nicht einmal in der Colonie Alsen liegt. Die Information müsste an diesen Grundstücken direkt erfolgen." Ein "Verstecken" der Geschichte der beiden SD-Institute "mit kurzen Texten" auf der Rückseite der Stele "hinter der ruhmreichen Geschichte der Colonie Alsen" würde laut Kampe keine breite Akzeptanz erzielen.

Eine Texttafel am Ruinengelände des "Institutes für Staatsforschung" nahe dem Kleist-Grab an der Bismarckstraße am Kleinen Wannsee sollte nach Kampes Ansicht auch auf diese NS-Einrichtung hinweisen.

Darauf hatte Kampe bei einer Besichtigung mit dem Kulturamt hingewiesen - ohne dass bislang eine Reaktion vom Amt gekommen ist. Die SPD vermutet hinter dem Tauziehen um Gedenktafeln die Abneigung der CDU, "vorgeschobene Gründe, um nicht das beschauliche Wannsee mit der NS-Vergangenheit zu behelligen", erklärt SPD-Fraktionschef Norbert Buchta. Er befürwortet ebenfalls Erinnerungsschilder an der ehemaligen "Reichluftschutzschule Heckeshorn". "Es ist unfassbar, das dieses komplett erhaltene Gelände keine historische Tafel erhalten soll."

Das HWK zeigt seit 13 Jahren Ausstellungen zu "Colonie". Auch derzeit ist wieder eine Schau zu besichtigen. Dazu ist ein Begleitband erschienen. Weitere Informationen unter http://asurl.de/abk.

Martinus Schmidt / mst
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Lokalredaktion aus Mitte

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