Festival für Vielfalt auf dem Gutshof Britz

Gesellschaftspolitische Gespräche in idyllischer Kulisse: der Gutshof Britz. (Foto: Schilp)
Berlin: Gutshof Britz |

Britz. Der Gutshof Britz, Alt-Britz 81, verwandelt sich am Sonntag, 10. September, in ein riesiges politisches Forum. Unter dem Motto „Neukölln Open – Festival für Demokratie und Vielfalt“ wird zwischen 11 und 21 Uhr viel geboten. Veranstalter ist das Bezirksamt, samt Museum Neukölln und der Volkshochschule.

Auf dem großen Hof lädt der „Markt der Demokratie“ ein. Hier haben etliche Initiativen und Einrichtungen ihre Stände aufgebaut. Die Palette reicht von der Bürgerstiftung Neukölln über das Arabische Kulturzentrum bis zur Landeszentrale für politische Bildung. Während sich die Erwachsenen informieren, können Kinder und Jugendliche an Mitmach-Aktionen teilnehmen, beispielsweise einer Demokratie-Rallye.

Jeder kann beim Festival mitreden, im wahrsten Sinne des Wortes. Zwischen 13 und 14 Uhr wird die Freilichtbühne nach Londoner Vorbild in eine Speaker’s Corner verwandelt. Wer seine Ideen einem größeren Publikum vorstellen will, hat dazu Gelegenheit – drei Minuten lang.

Allerdings ist eine Anmeldung unter  627 27 77 20 oder info@musik-neukoelln.de notwendig. Das gilt auch für die Diskussionsforen und Workshops, denn die Teilnehmerzahlen sind begrenzt.

Sechs einstündige und moderierte Foren mit interessanten Gesprächspartnern stehen zwischen 12 und 17 Uhr auf dem Veranstaltungsplan, zwei laufen jeweils parallel. Es geht um die europäische Krise, den zunehmenden Rechtspopulismus, um Religionsfreiheit und ihre Grenzen, um Strategien für eine offene Gesellschaft und eine starke Demokratie.

Außerdem soll eine „etwas andere Heimatdebatte“ geführt werden. Schließlich wird Neukölln als Sammelbecken der Extreme beleuchtet: Hipstertum neben Armut, hohe Kriminalitätsrate neben Gentrifizierung. „Wie zusammen leben? Für neue Formen der Solidarität“, so ist dieses Forum überschrieben.

Die ebenfalls einstündigen Workshops tragen die Titel „Die Kunst, einen Kürbis zu teilen“, „Die Freiheit nehm ich mir“ und „Der blinde Maler“. Spielerisch geht es um demokratische Entscheidungsfindung, persönliche Freiheit kontra Rücksichtnahme und darum, wie viel Unterstützung hilfreich ist und wann sie beginnt, dem anderen die Autonomie zu rauben.

Zum Abschluss der Foren und Workshops werden die drängendsten Fragen um 17 Uhr bei einer Podiumsdiskussion auf der Freilichtbühne besprochen. Gäste sind unter anderem die Autorinnen Tanja Dückers und Sinab El Masrar.

Beim Festival geht es aber nicht nur sachlich zu: Beim Poetry Slam sind auch andere Töne zu hören. Außerdem sorgen für Unterhaltung der Tarab Chor, eine bunte Truppe, die sich klassischer arabischer Musik verschrieben hat, und die deutsch-kubanisch-französische Salsaband „Mi Solar“. sus

Das ausführliche Programm ist zu finden unter www.museum-neukoelln.de.
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