Veranstaltungsreihe zu Fontanes Besuch vor 155 Jahren in Buch startet

Adolf und Rosemarie Henke engagierten sich bereits für die Einrichtung eines Fontanezimmers im einstigen "Schlosskrug". Jetzt erwarten sie viele Besucher zu den geplanten Aktionen im Bucher Fontane-Jahr. (Foto: BW)

Buch. In den nächsten Wochen findet eine ganze Reihe von Fontane-Veranstaltungen in Buch statt. Organisiert werden diese von Menschen aus Buch, denen der Schriftsteller am Herzen liegt. Die Fäden hält dabei das Ehepaar Adolf und Rosemarie Henke in den Händen. Sie konnten zahlreiche Bucher begeistern mitzumachen.

Theodor Fontane (1819-1898) besuchte vor genau 155 Jahren das märkische Dorf. Einen ersten sichtbaren Hinweis auf das Ereignis gibt es jetzt auf dem Künstlerhof Alt-Buch 45-51. In der dortigen Glasgalerie ist eine Ausstellung zu besichtigen. "Der Mal- und Zeichenzirkel des Bucher Bürgerhauses stellt dort eine Auswahl von Bildern mit Motiven aus dem Ortsteil aus", berichtet Adolf Henke. Unter anderem sind Bilder vom einstigen Schloss, von der Schlosskirche und von der Panke zu sehen, wie sie seinerzeit Fontane vorfand.

Weiterhin sind Skulpturen des Projektes "Steine ohne Grenzen" in der Glasgalerie zu besichtigen. Diese wurden von den Bildhauern Silvia Christiane Fohrer und Rudolf J. Kaltenbach zur Verfügung gestellt. "In Buch kreuzen sich nämlich zwei geistige Wege", erklärt Henke. "Zum einen kam hier Fontane während seiner Wanderung durch die Mark Brandenburg durch, zum anderen entwickelte Otto Freundlich (1878-1943) die Idee einer völkerverbindenden Skulpturenstraße. Diese Idee ist mit dem Projekt Steine ohne Grenzen wiederbelebt worden." Zu besichtigen ist diese Ausstellung bis zum 28. Juni.

Der Tag, an dem Theodor Fontane dem Dorf Buch einen Besuch abstattete, war der 16. Juni 1860. Gemeinsam mit seinem Verleger Wilhelm Hertz war er mit dem Pferdeomnibus bis Französisch Buchholz gefahren. Die restliche Strecke legten beide zu Fuß zurück. "Gleich der Eintritt ins Dorf ist malerisch", befand Fontane in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". "Eine Feldsteinbrücke wölbt sich über ein Wässerchen, das schäumend einen Berghang herniederkommt, die Häuser steigen in leiser Schlängellinie bergan, und dann nach links hin, als wolle er das Dorf in seine Arme nehmen, zieht sich, waldartig, ein ausgedehnter Park."

Seit Fontanes Zeiten hat sich Buch sehr verändert. Deshalb lädt Wolfgang Feyerabend am 16. Juni zu einer Führung durch den Ortsteil ein. Der Autor schrieb unter anderem das Buch "Spaziergänge durch Fontanes Berlin". In Buch wird er sich nun auf die Spur des Schriftstellers begeben. Dabei wird auch Station am heutigen "Il Castello" in der Karower Straße 1 gemacht. Zu Fontanes Zeiten hieß die Gaststätte schlicht "Schlosskrug". In diesen kehrten Fontane und sein Begleiter ein. Sein Resümee nach dem Besuch im Gasthaus: "Hier ist es gut sein." In Erinnerung an diesen Besuch richteten Adolf und Rosemarie Henke gemeinsam mit Unterstützern ein Fontane-Zimmer ein, das bei der Führung besichtigt werden kann. Treffpunkt für die Führung ist am 16. Juni um 14 Uhr am Taxistand vor dem S-Bahnhof Buch. Um eine Teilnahmegebühr von neun, ermäßigt sieben Euro wird gebeten.

Weitere geplante Veranstaltungen zu Fontane: Bei einer Lesung am 7. Juli in der Stadtbibliothek in der Wiltbergstraße 19-23 wird um 19 Uhr Dr. Gotthard Erler seine Zuhörer mit einer "Plauderei über Fontanes Frauengestalten" in den Bann ziehen. Außerdem ist am 19. Juli um 16 Uhr ein Konzert der "Bürgersinfonie" in der Festscheune Alt-Buch 45-51 zu erleben. Eine kleine Ausstellung "Fontane in Buch" wird das Konzert begleiten.


Bernd Wähner / BW
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