Grüß Gott: 25 Jahre Partnerschaft zwischen Kulmbach und Wilmersdorf

Drei ungleiche Freunde: Bürgermeister Reinhard Naumann, BV-Vorsteherin Judith Stückler und Landrat Klaus Peter Söllner. (Foto: Thomas Schubert)

>Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Arbeitslosenquote ist kleiner als der Promillewert des berühmten Biers. Nur der Fachkräftemangel scheint die Vollbeschäftigung zu verhindern. Kulmbachs Jugend zieht es dennoch nach Berlin. Jetzt kam auch der Landrat auf Visite. Und fränkelte fröhlich über das, was diese Orte trennt und verbindet.

Gestatten: Klaus Peter Söllner, Gast aus einer anderen Welt. Landrat eines Kreises mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent – „aber dafür ist Euer Bezirk viermal so groß wie unserer.“ Solche Zahlenspiele und Vergleiche, sie waren der Leckerbissen der jüngsten Sitzung des Bezirksparlaments. Söllner setzte mit Gemütlichkeit und jovialem Sprech einen Kontrapunkt zu manch verbissener Debatte. Als Ehrengast und Vertreter des Wilmersdorfer Partnerkreises Kulmbach gebührten ihm die einführenden Worte. Er nutzte sie zur Gegenüberstellung.

Die Jugend zieht's nach Berlin

Der Berliner fände in Kulmbach Arbeit und Erholung. Dort lockt das Bier, die Bratwurst, der Wald. Die Kulmbacher Jugend jedoch empfindet Berlin als das Ziel ihrer Träume. Dementsprechend drohen Überalterung und Nachwuchssorgen im Frankenland. Doch Söllner ist jemand, der gönnen kann: „Ihr in Berlin und in der City West, ihr macht auf mich den Eindruck, dass ihr einen großen Aufschwung nehmt“, freut er sich mit seinen Partnern in Berlin im Allgemeinen und in Charlottenburg-Wilmersdorf im Speziellen.

Finanziell von höheren Gewalten abhängig sind sowohl Kreis als auch Bezirk. „Wir sind in erster Linie Franken. Nur wenn es ums Geld geht, sind wir Bayern“, beschreibt Söllner die Verhältnisse. Nicht anders steht es bei den Haushaltszuweisungen für Charlottenburg-Wilmersdorf durch das Land Berlin. Und trotzdem betont man gerne seine Eigenständigkeit, so gut es eben geht.

Wie gewichtig die Verbundenheit den Oberen vorkam, belegt ein „Freundschaftsstein“, den Herbert Hoffmann und Bürgermeister Horst Dohm einst am Rathaus Wilmersdorf ins Erdreich drückten. Heute sind die Sympathiebekundungen leichter, heiterer. Aber noch immer können die rot-grün gelenkte Großstadt und der fränkische Landkreis unter Regie der Freien Wähler voneinander lernen. Unterschiede erhöhen bekanntlich die Spannung. Und Söllner hat nicht vor, sie nach 25 Jahren zu verwässern, wenn er sagt: „Danke für diese wunderbare Freundschaft zwischen zwei völlig verschiedenen Partnern.“ tsc
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