Lasst es sprudeln: Bürger sollen ihren Durst an Brunnen löschen

Charlottenburg-Wilmersdorf. Wer Mittelmeer-Metropolen bereist hat, wird auch die kostenlosen Trinkbrunnen in Erinnerung haben. Jetzt soll sich die City West, im 2015 Sommer von tropischen Temperaturen heimgesucht, daran ein Vorbild nehmen. Die SPD-Fraktion fordert: Brunnen an allen zentralen Orten.

Es dürstet sie nach Erlebnissen, nach Geschichte, Theaterabenden, Museumsbesuchen, hoher Kultur. All diese Wünsche wird Charlottenburg-Wilmersdorf den Einheimischen und Touristen nicht versagen. Aber wie steht es um das Grundbedürfnis schlechthin? Was geschieht, wenn der Durst Oberhand gewinnt über alle anderen Reize des Großstadtlebens?

Zumeist ist sein Stillen nicht kostenlos. Es bedarf der Einkehr in Lokalen oder zumindest des Mitführens größerer Flaschen. Und das soll sich nach dem Willen der örtlichen SPD-Fraktion ändern. Im Vorgriff auf künftige Hitzewellen legt sie dem Bezirksamt nahe, „sich bei den Berliner Wasserbetrieben für eine Versorgung mit öffentlichen Trinkwasserspendern an besonders belebten Orten wie U-Bahnhöfen, Park- und Sportanlagen, Geschäftsstraßen und touristischen Hochburgen einzusetzen“, wie es im Antragstext des Vorsitzenden Holger Wuttig heißt.

Innerhalb der BVV findet dieses Ansinnen fast einstimmig Zuspruch, so dass es nun an den Wasserbetrieben liegt, auf das Votum zu reagieren. Gelegentlich veranstalteten sie im Internet Abstimmungen darüber, an welchen Stellen in Berlin einzelne Trinkbrunnen postiert werden sollen. Kürzlich konnten Bürger für einen Standort auf dem Fehrbelliner Platz Klicks abgeben und für einen an der Ecke Wilmersdorfer Straße/Bismarckstraße. Und wenn es nach BWB-Sprecher Stephan Natz geht, wird es neben solchen Kampagnen mit dem massenhaften Aufstellen der Brunnen schwierig – und zwar aus finanziellen Gründen. „Wir können sie ja nicht verschenken“, sagt er im Hinblick von Stückkosten jenseits der 4000 Euro. Hinzu kämen die nötigen Tiefbauarbeiten, die häufig mit Summen von etwa 10 000 Euro zu Buche schlagen. „Wenn aber der Bezirk einen Platz ohnehin neu gestaltet und den Boden aufreißt, relativiert sich die Sache allerdings“, nennt Natz den günstigsten Fall. tsc
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