Eine Drohne als Wecker: „Jugend hackt“ fördert jugendliche Programmierer

Teilnehmerinnen beim Hackathon 2016 in Berlin. (Foto: Leonard Wolf, CC-BY 4.0 Jugend hackt)

Berlin. „Jugend hackt“? Zugegeben, der Name des Programms irritiert. Denn gemeinhin gelten Hacker als Leute, die illegal in fremde Computersysteme eindringen. Doch ursprünglich beschrieb der Begriff "hacken" einen kreativen Umgang mit Technik und das Finden besonders origineller Lösungen.



An diese ursprüngliche Bedeutung will das Förderprogramm "Jugend hackt" anknüpfen. Die Berliner Vereine Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade.org haben es ins Leben gerufen.

Das Förderprogramm bietet jugendlichen Computertalenten außerhalb der Schule den Raum, um sich miteinander zu vernetzen und ihr technisches Können gemeinsam anzuwenden. All dies dient dem Motto des Förderprogramms „Mit Code die Welt verbessern“.

Gefördert werden also junge IT-Talente, die sich später an wichtigen demokratischen Debatten, wie „Onlinewahlen – ja oder nein?“ oder „Kommunikationsüberwachung – ja oder nein?“ mit ihrem technischen Wissen beteiligen können. "Menschen, die diese Materie kennen, frühzeitig zu finden und in ihren Interessen zu unterstützen, schien uns auch aus der gemeinnützigen Perspektive heraus sehr lohnend,“ sagt Maria Reimer, Gründerin von „Jugend hackt“ und Projektleiterin bei der Open Knowledge Foundation Deutschland. Im Dezember erhielt das Förderprogramm dafür den mit 5000 Euro dotierten Deutschen Engagementpreis 2016 in der Kategorie „Demokratie stärken“.

Mehrmals im Laufe eines Jahres veranstalten die Organisatoren sogenannte Hackathons im deutschsprachigen Raum. Die Teilnehmer arbeiten dann gemeinsam an Prototypen von technischen Anwendungen und digitalen Konzepten. Begleitet werden sie dabei von ehrenamtlichen, technisch versierten Mentoren. Die Projekte decken ein breites Spektrum ab, wie der Hackathon im Oktober 2016 in Berlin bewies. Die Projektentwickler der Plattform „DaDaDaDemo“ etwa möchten den Austausch über Demonstrationen fördern. „Es gibt viele coole Demos, von denen man nicht so leicht erfahren kann,“ erklärt Projektteilnehmerin Hannah. Das will die Gruppe ändern. Mit "EduHoc“ wurde auch an schulalltagsrelevanten Ideen gearbeitet. Das innovative Projekt möchte WLAN kostengünstig und flächendeckend an Schulen bringen.

Dass es bei Hackathons auch lustig zugeht, zeigt das Projekt „Get UP“, bei dem eine Drohne als Wecker fungiert, die man einfangen muss.

Fertig sind die Projekte am Ende eines Hackathon-Wochenendes nicht. Doch das soll auch nicht so sein. Primär gehe es um das individuelle Lernen und den Austausch, so Maria Reimer.

2018 wird „Jugend hackt“ fünf Jahre alt. „Dreiviertel der Jugendlichen kommen wieder,“ sagt die Initiatorin. 10 bis 20 Euro kostet die Teilnahme. Damit das so günstig bleibt, freut sich die projektfinanzierte Initiative über Spenden. Stefanie Roloff

Weitere Informationen gibt es auf www.jugendhackt.org.
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