Nachbarschaftsheim könnte Räume für die Friedenauer Bibliothek vermieten

Friedenau. Im Sommer muss die Gerhart-Hauptmann-Bibliothek aus dem Rathaus Friedenau ausziehen. Das Gebäude wird für Berlins Steuerfahndung umgebaut. Bisher ist noch kein Standort gefunden.

Der Unterausschuss Bibliotheken der BVV hat entschieden, die Anmietung von Räumen des Nachbarschaftsheimes Schöneberg prüfen zu lassen. In der Handjerystraße 43/44 könnte eine Bibliothek entstehen. Das Nachbarschaftsheim (nbhs) hat das Haus neu erworben und baut es für den eigenen Bedarf sowie für mehr öffentliche Gruppenangebote und Projekte barrierefrei um.

"Uns war es wichtig, dass wirklich alle Möglichkeiten für einen Ersatzstandort geprüft werden, bevor ein Stadtteil wie Friedenau kein fußläufig erreichbares Bibliotheksangebot mehr hat", erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Jan Rauchfuß. Das Bezirksamt sei jetzt am Zug, die Standortprüfung zügig voranzutreiben, so Rauchfuß weiter.

Schon seit Jahresanfang sei man mit dem Nachbarschaftsheim im Gespräch, erwidert Kulturstadträtin Jutta Kaddatz (CDU). Das bestätigt nbhs-Pressesprecherin Simone Siwek. "Das Nachbarschaftsheim wurde in den letzten Monaten immer wieder von verschiedenen Seiten angesprochen, ob wir bei der Suche nach Räumen behilflich sein können." Die Handjerystraße habe man vor einiger Zeit gegenüber dem Bezirksamt "ins Spiel gebracht" und stehe deshalb mit Stadtbibliotheksleiter Engelbrecht Boese in Kontakt.

Der Standort sei nicht einfach, meint die Stadträtin. Zwei Etagen stünden zur Verfügung, jedoch ohne direkte Verbindung. Es müsse eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt und die Genehmigung der Senatsfinanzverwaltung eingeholt werden. Auch habe man noch nicht über den Mietpreis geredet. "Ich erwarte darüber längere Verhandlungen", so Kaddatz.

Laut Rauchfuß will die SPD vor allem eine Kinder- und Jugendbibliothek in Friedenau. "Thema verfehlt", sagt dazu die gelernte Lehrerin Kaddatz. Das decke den Bedarf nicht ab. "Was wir suchen, ist ein Standort für alle Medien und alle Altersgruppen." Kaddatz wirft der SPD zudem vor, einen Bücherbus abzulehnen. "Das ist zwar kein adäquater Ersatz für eine Bibliothek, aber doch besser als nichts", sagt sie.


Karen Noetzel / KEN
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