Oberschullotterie startet in Friedrichshain-Kreuzberg: Ab 13. Februar läuft die Anmeldung

Im Dezember und Januar haben sich die meisten Oberschulen im Bezirk bei Tagen der offenen Tür vorgestellt. Mit diesem Plakat begrüßte die Ellen-Key-Schule in der Rüdersdorfer Straße ihre Gäste. (Foto: Thomas Frey)
 
Nicht nur die Carl-von-Ossietzky-Schule in der Blücherstraße verwies am Tag der offenen Tür auf Aktivitäten außerhalb des Unterrichts. Hier auf eine Stolperstein-Initiative. (Foto: Thomas Frey)

Welche weiterführende Schule ist die richtige für mein Kind? Mit dieser Frage haben sich viele betroffene Eltern wahrscheinlich in den vergangenen Wochen beschäftigt.

Vom 13. bis 21. Februar findet auch in Friedrichshain-Kreuzberg die Anmeldung für die künftigen Siebtklässler statt. Kinder, die bereits ab Klasse 5 ein Gymnasium besuchen wollen, müssen zwischen 27. Februar und 6. März angemeldet werden. Ob sie wirklich an der gewünschten Schule angenommen werden, ist aber in vielen Fällen nicht sicher. Der Wechsel auf die Oberschule kann zu einem Lotteriespiel werden. Das auch ganz konkret. Denn nicht selten entscheidet das Los.

Wahlfreiheit: Jeder Grundschulabgänger kann zumindest theoretisch auf jede weiterführende Schule wechseln. Allerdings eher auf dem Papier. Denn natürlich spielen dafür einige Voraussetzungen eine Rolle.

Bisherige Leistungen: Vor allem die Zeugnisse aus dem zweiten Halbjahr der fünften und dem ersten Halbjahr der sechsten Klasse sind wichtig. Doppelt gewichtet werden dabei die Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften. Ergibt sich ein Schnitt von 2,2 und besser gilt das als Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums. Bei 2,8 und schlechter wird eine Sekundarschule empfohlen. Bei Schülern, die dazwischen liegen, bekommt die sogenannte Förderprognose Bedeutung. Sie gibt zum Beispiel Auskunft über Stärken und Schwächen und damit auch über das passende Schulprofil.

Wunschschulen: Nach den Noten beziehungsweise der Einschätzung aus der Förderprognose sollte sich auch die Wahl der Schule richten. Muss es aber nicht zwingend und tut es auch nicht immer. Die Eltern können eine Schule als Favoriten nennen, müssen aber zwei weitere angeben.

Die Auswahl: Wenn ein Kind ein gutes Zeugnis vorweisen kann, heißt das nicht automatisch, dass es in der ersten Wunschschule landet. Vor allem dann nicht, wenn die stark nachgefragt ist. Wenn es mehr Anmeldungen als Plätze gibt, gehen 60 Prozent der Plätze an Bewerber, die die Voraussetzungen aufgrund der Noten oder der Förderprognose erfüllen. Zehn Prozent sind für sogenannte Härtefälle reserviert. Dieser Anteil bildet eine Art Manövriermasse. Auch wer bereits eine Schwester oder einen Bruder in der Schule hat, kann bei den Härtefällen berücksichtigt werden. Erst recht gilt das bei den restlichen 30 Prozent. Hier werden Geschwisterkinder laut Senatsbildungsverwaltung vorrangig aufgenommen, die weiteren Plätze unter den angemeldeten Schülern verlost.

Wenn es mit der Aufnahme in der bevorzugten Schule nicht passt, wird versucht, zumindest den Zweit- oder Drittwunsch zu erfüllen. Meistens, aber nicht in allen Fällen, klappt das auch. Wenn nicht, weist das Schulamt eine Schule zu. Was häufig mit Ärger bis hin zu Klagen verbunden ist. Schon deshalb wird versucht, das möglichst zu verhindern.

Was passt? Andersherum kann aber auch jemand auf einem Gymnasium landen, obwohl die Noten eigentlich nicht dafür sprechen. Allerdings sind Eltern ab einem Durchschnitt von 3,0 und schlechter zu einem Beratungsgespräch aufgefordert.

Grundsätzlich sollten Erziehungsberechtigte vorher gut überlegen, welche Schule oder Schulform zu ihrem Nachwuchs am besten passt. Und selbst wenn sie das Abitur als Fernziel anstreben, müssen sie dafür nicht unbedingt ein Gymnasium anvisieren. Auch mehrere Sekundarschulen im Bezirk bieten inzwischen die direkte oder zumindest niedrigschwellige Möglichkeit in Richtung Hochschulreife. Auch in Form von Schulkooperationen, wie sie ab dem neuen Schuljahr zwischen der Lemgo-Grundschule, der Albrecht-von-Graefe-Sekundarschule und dem Robert-Koch-Gymnasium im Graefekiez wirksam werden soll. Gibt es solche Angebote, erfreut sich eine Sekundarschule meist größerer Nachfrage. Auch dass dort das Abitur nach 13 Schuljahren abgelegt wird, im Gegensatz zu zwölf an Gymnasien, begrüßen manche Eltern.

Unterschiedlich beliebt: Sekundarschulen, die keinen direkten Weg zum Abitur anbieten können, bleiben in Friedrichshain-Kreuzberg bei den Anmeldezahlen oft hinter den vorhandenen Kapazitäten zurück. Nahezu durchgehend mehr Bewerber als Plätze haben dagegen die meisten Gymnasien im Bezirk. Nicht nur sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Das Heinrich-Hertz-Gymnasium gilt als Vorzeigeschule im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften, das Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium ist musikorientiert. Das Dathe-Gymnasium erfreut sich nicht nur wegen seiner Biologiestation großer Nachfrage. An diesen Oberschulen werden, ebenso wie im Andreas-Gymnasium, bereits Kinder ab der fünften Klasse aufgenommen. Dazu kommen private Lehranstalten wie die Freie Waldorfschule oder die Kreativschule. Und mit der Carl-von-Ossietzky- und der Lina-Morgenstern-Schule existieren außerdem zwei Gemeinschaftsschulen. Dort ist ein durchgehender Besuch ab der ersten Klasse möglich. In der Carl-von-Ossietzky- bereits jetzt bis zum Abitur, in der Lina-Morgenstern-Schule ist das zumindest in einigen Jahren durch eine Kooperation mit dem Leibniz-Gymnasium geplant.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.