Torjubel um Mitternacht: Was Sie in den kommenden EM-Wochen beachten müssen

"Schland-Fans", die – entsprechend eingekleidet – die EM gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten verfolgen. Diese Bilder wird es ab 10. Juni wieder häufig geben. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Für absolute Fußballmuffel kommt jetzt eine schwere Zeit. Alle anderen, und das ist wohl die große Mehrheit, freuen sich auf einen Monat Fußball-Europameisterschaft.

Vom 10. Juni bis 10. Juli wird die EM in Frankreich ausgetragen. Zum ersten Mal sind bei diesem Turnier 24 Nationalmannschaften mit dabei. Bis zum Finale muss ein Team sieben Mal antreten. Nicht nur deshalb fordert die EM auch den Fans zu Hause Einiges ab.

Public Viewing: Seit dem Sommermärchen 2006 in Deutschland gehört das gemeinsame Fußballschauen zum Standardprogramm. Am besten natürlich unter freiem Himmel. Natürlich sind die meisten Lokale darauf eingestellt. Das gilt ebenso für große Veranstaltungsorte wie dem Astra auf dem RAW-Gelände oder dem Lido in der Cuvrystraße, ebenso wie für viele Gaststätten und Kneipen. Astra und Lido sowie an manchen Tagen auch das Bi Nuu am Schlesischen Tor sind die Stützpunkte des Fußball-Magazins "Elf Freunde". Neben den Spielen gibt es dort ein Rahmenprogramm mit Talk, Party oder Filmvorführungen.

Rechtzeitig kommen

Plätze rechtzeitig reservieren: Erst kurz vor dem Anpfiff zum Public Viewing erscheinen, empfiehlt sich nicht. Denn meist ist es dann schon ziemlich voll. Also deshalb rechtzeitig kommen oder, wenn möglich, die Plätze vorher reservieren. Das gilt vor allem bei kleineren Anbieter und gar nicht mehr so geheimem Geheimtipps. Etwa einen netten Biergarten in der Nähe des Rathaus Kreuzberg.

Lange Nächte: Es wird dieses Mal nicht ganz so spät wie vor zwei Jahren bei der Fußball-WM in Brasilien. Aber auch in Frankreich beginnen viele Spiele erst um 21 Uhr. Auch die drei Vorrundenbegegnungen der deutschen Mannschaft am 12., 16. und 21. Juni werden um diese Uhrzeit angepfiffen. Mit dem Ende ist deshalb erst gegen 23 Uhr zu rechnen. Noch länger kann es ab dem Achtelfinale dauern, wenn der Sieger erst nach Verlängerung oder sogar Elfmeterschießen feststehen könnte. Den letzten Torjubel würde es dann erst gegen Mitternacht geben.

Ab 22 Uhr gelten strengere Lärmschutzbestimmungen. Sie können nach den Vorgaben des Bundesrats während der EM teilweise außer Kraft gesetzt werden. Auch im Bezirk soll das, wie bereits berichtet, einigermaßen großzügig passieren, vor allem dann, wenn ein Antrag auf Public Viewing vorlag. Allerdings scheint das nicht überall problemlos möglich zu sein. Im "Golgatha" im Viktoriapark muss im Außenbereich nach 22 Uhr bei den meisten Spielen der Ton abgedreht werden. Nur wenn die deutsche Mannschaft auf dem Feld steht, darf die Geräuschkulisse bleiben. Der Grund sind regelmäßige Beschwerden aus dem benachbarten Wohnquartier auf dem ehemaligen Schultheiss-Gelände.

Alternative zum Fußball

Auf Fußball eingestellt:
Leidtragende der EM-Begeisterung könnten viele Kinos, Theater oder Konzertsäle sein, in die sich vielleicht weniger Besucher verirren. Aber nicht nur deshalb ist das Berliner Kriminaltheater in der Palisadenstraße zwischen dem 12. und 16. sowie am 21. Juni geschlossen. "Wir renovieren die Künstlergarderoben", sagt Sprecher Dennis Schönwetter. Die Arbeiten seien bewusst in die Zeit der Vorrundenspiele gelegt worden. Danach gibt es im Kriminaltheater ganz normales Programm, auch am Finalabend am 10. Juli. Der Vorverkauf für die kommenden Wochen laufe sogar ganz gut, meint Schönwetter. Vielleicht, so vermutet er, weil Nicht-Fußballfans nach einer Alternative suchen.

Manche Veranstaltungsorte stellen sich auch bewusst auf die EM ein. Etwa das Computerspielemuseum an der Karl-Marx-Allee 93a. Dort gibt es parallel zu den Spielen in Frankreich eine Fußballstation, wo sich die Besucher im interaktiven Kicken ausprobieren können. tf
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