Wohnhäuser vor Wandbild: Bezirk plant Jugend- und Senioren-WGs an der Prinzenallee

Gesundbrunnen. Das Grundstück an der Ecke Prinzenallee und Gotenburger Straße soll mit drei Wohnhäusern bebaut werden. Das hat Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) jetzt mitgeteilt. Ursprünglich sollte dort eine Sporthalle gebaut werden.

Mittes Baustadtrat überraschte beim Kiezrundgang am 22. Februar den Chef der Wohnungsbaugesellschaft degewo, Christoph Beck. Der Vorstand wusste noch nichts von Gothes Plänen, auf dem Eckgrundstück an der Prinzenallee ein Wohnkarree zu bauen. Das Grundstück vor Weddings größtem Fassadenbild, das die Künstlerin Marlene Jachmann 2006 gemalt hat, soll mit drei Wohnhäusern bebaut werden. Der Steuerungsausschuss der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hat im Januar beschlossen, das Grundstück, auf dem sich ein Spielplatz befindet, der landeseigenen degewo zu übertragen. Die Wohnungsbaugesellschaft soll dort 2019 mit dem Bau beginnen, so Gothe. In einem sogenannten Konzeptverfahren sollen schon ab Herbst Ideen gemeinsam mit potenziellen Trägern, der degewo und dem Bezirk erarbeitet werden. Laut Gothe würden ein Haus für Seniorenwohnen, eins für Familien und eins für Jugend-Wohngemeinschaften entstehen. Das Jugendamt benötigt dringend Wohnungen für Jugendliche über 18 Jahren, die im Jugendhaus betreut werden können. Wie Ephraim Gothe sagt, könnten auf dem Areal insgesamt 80 barrierefreie Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss ist eine Kita geplant.

Das Grundstück neben der neben der Wilhelm-Hauff-Grundschule gehörte früher dem Bezirk Wedding, wurde aber schon vor Jahren an den damaligen Liegenschaftsfonds (Lifo) abgegeben, der 2015 in die BIM integriert wurde. Auf der Fläche sollte ursprünglich eine Sporthalle gebaut werden.

Lehrer und Eltern der Wilhelm-Hauff-Grundschule hatten jahrelang einen Neubau gefordert, weil die alte Halle auf dem Schulhof marode und zu klein war. Statt Sanierung hatte die Schule den Abriss gefordert. Durch die Sperrung der alten Halle 2009, nachdem der krebserregende Weichmacher PCB entdeckt worden war, kam wieder Hoffnung auf für das Neubauprojekt, das bereits vor mehr als 30 Jahren auf der Agenda stand. Schon 1985 war der Neubau einer großen Sporthalle geplant, weil die alte viel zu klein war. 1997 hatte der ehemalige Weddinger Baustadtrat Bernd Schimmler (SPD) sogar schon den Grundstein für eine neue Doppelsporthalle auf dem Nachbargrundstück an der Prinzenallee gelegt, das jetzt degewo-Wohnstandort werden soll. Der Bau wurde dann kurzfristig aus Haushaltsgründen gestrichen. Wegen klammer Kassen hatte der Bezirk 2009 der Schulleitung erneut eine Absage erteilt. Für einen Neubau sei kein Geld da, hieß es. Die Komplettsanierung der mit PCB verseuchten Halle 2011 hat mit knapp einer Million Euro nur ein Drittel des damals kalkulierten Neubaus gekostet. DJ
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