Bauvorhaben in der Seesener Straße soll untersucht werden

Ab Frühjahr 2016 bezugsfertig: der neu entstehende Wohnriegel an der Seesener Straße. (Foto: Schubert)

Halensee. Dass Sanus nun Auskunft gab und der Bezirk eine Infoveranstaltung plant, bringt die Bürgerinitiative Henriettenplatz keineswegs zur Ruhe. Sie verlangt sogar einen Untersuchungsausschuss, um zu klären, warum der Bezirk eine so weitreichende Baugenehmigung im Eiltempo gab.

Als der großflächige Wohnungsbau am S-Bahnhof Halensee alle rechtlichen Hürden im Schnellverfahren nahm, schien ein problemloses Vorankommen sicher. Aber bei den alteingesessenen Nachbarn wecken Art und Tempo des Projekts Misstrauen. Verhindern werden sie den Riegel, der ihnen Licht und Luft schluckt, allerdings nicht mehr. Und zur Grundsteinlegung ihres Wohnhauses an der Seesener Straße legte die Sanus AG noch einmal alle Fakten auf den Tisch: Auf 204 Meter Länge entsteht bei Kosten von 40 Millionen Euro ein siebengeschossige Riegelbau mit 209 Wohnungen, die vom neuen Eigentümer, der Niedersächsischen Apothekenversorgung, ab Frühling 2016 vermietet werden. "Wie ein Deckel auf den Topf", meint Sanus-Chef Marc Wiese werde das Projekt zu den Ansprüchen des Berliner Marktes passen.

Um alle Anwohner ins rechte Licht zu setzen, plant die Abteilung von Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) eine umfassende Informationsveranstaltung für Anfang Juni, die in der Halensee-Grundschule stattfinden soll. Doch Informationen zur Art der Bebauung allein werden die Bürgerinitiative Henriettenplatz nicht verstummen lassen.

Wie deren Sprecher Heinz Murken nun der Berliner Woche eröffnete, fährt man nach mehreren Mahnwachen jetzt schwerere Geschütze auf. "Wir werden die Parteien in der BVV auffordern, einen nicht ständigen Ausschuss einzurichten, um zu untersuchen, ob hier wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen ist", erklärt Murken. Er will geklärt sehen, warum eine so tief greifende bauliche Veränderung vor seiner Tür vom Bezirksamt die so genannte Befreiung erhielt und damit der Debatte entging. Murken präzisiert dabei auch, dass sich der Ärger der Initiative nicht gegen den Investor oder neue Nachbarn richtet, sondern gegen das Vorgehen des Bezirksamts.

Die Bürgerinitiative vertritt ihren Standpunkt im Internet unter www.bi-henriettenplatz.de.

Thomas Schubert / tsc
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