Investor für den Fleischgroßhandel in Heinersdorf zieht sich zurück

Um Baufreiheit für die Erschließungsstraße zu schaffen, wurden noch im Februar Bäume gefällt. (Foto: Bernd Wähner)
 
In diesem Bereich sollten Betrieb und Erschließungsstraße entstehen. (Foto: Bernd Wähner)

Heinersdorf. Fünf Jahre lang erregte er die Gemüter der Heinersdorfer und beschäftigte die Bezirkspolitik: der geplante Fleischgroßhandel mit Zerlegebetrieb auf der ehemaligen „Tiefbaufläche“. Doch nun zieht sich der Investor zurück.

Der Investor plante, auf dem östlichen Teil des Grundstücks Blankenburger Straße 18-28 einen Neubau. Zwei Unternehmen, die bisher auf dem Großmarkt an der Beusselstraße sitzen, wollten in dieses Gewerbegebiet umziehen. Die Planungen sahen eine Produktionshalle vor. In der sollten Kühlung, Lagerung und Zerlegung von Tierhälften und Wurstproduktion untergebracht werden. Um eine Anbindung zur Blankenburger Straße herzustellen, sollten zwei Straßen gebaut werden.

Für diese Straßen wurden sogar schon Fördermittel aus dem Programm „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) genehmigt. Damit diese nicht verfallen, wollte das Pankower Straßen- und Grünflächenamt in diesem Jahr mit dem Straßenbau beginnen. Dafür sind im Februar bereits 68 Bäume gefällt worden.

Gegen dieses Bauprojekt gab es aber aus Heinersdorf von Anfang an Widerstand. Der Grund: Die Heinersdorfer befürchteten eine immense Zunahme des Lkw-Verkehrs. Die Straßen sind in den Hauptverkehrszeiten bereits häufig überlastet. Mit weiteren Fahrzeugen würde sich die Situation noch verschärfen. Hinzu kämen die zusätzlichen Lärm- und Abgasbelastungen, die die Lkw beim Transport zum und vom Fleischgroßhandel verursachen würden.

Auch die geplante Erschließungsstraße zum Neubau war in der Bezirkspolitik umstritten. Derzeit wird intensiv über die Entwicklung des Wohngebiets Blankenburg-Süd nachgedacht. In diesem Zusammenhang wurde diskutiert, ob der Bau einer reinen Gewerbe-Erschließungsstraße in diesem Gebiet vielleicht eine Fehlinvestition wäre.

Doch nun gibt es eine neue Situation. „Die Planungen für das Gewerbegebiet in Heinersdorf müssen von vorne beginnen“, fordert Roland Schröder, der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der BVV. „Nachdem der Investor für den Fleischgroßhandel Abstand genommen hat, entfällt auch die Grundlage für die Erschließungsstraße.“

Dass der Investor sich zurückzog, sei ein großer Erfolg, so der Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup (SPD). Nun sei eine ganzheitliche Planung des Gewerbegebietes in Heinersdorf gemeinsam mit dem Neubaugebiet im Blankenburger Süden möglich. Damit werde auch der Forderung vieler Bürger entsprochen. Mindrup hatte sich in zahlreichen Gesprächen auf Bezirks- und Landesebene für den Neustart der Planung eingesetzt.

Roland Schröder zeigte sich nach dem Rückzug des Investors erleichtert: „Es ist richtig, dass die Umsetzung der überholten Planungen abgebrochen werden, bevor ein größerer Planungsschaden entsteht. Die bisher verausgabten Mittel und die 68 gefällten Bäume sind Schaden genug. Wir wollen eine Entwicklung für die Fläche erreichen, mit der Heinersdorf und das neue Quartier Blankenburger Süden städtebaulich verbunden werden und zugleich nicht störendes Gewerbe integriert wird.“

Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) teilt zum Aus für dieses Projekt mit, dass dem Investor das Grundstück zu klein geworden sei. Er werde es wieder verkaufen. Deshalb verschiebe das Bezirksamt kurzfristig den für 2017 geplanten Bau der Erschließungsstraße um ein Jahr. In dieser Zeit soll zwischen Senat und Bezirk geklärt werden, wie diese Straße so gestaltet werden kann, dass sie einen sinnvollen städtebaulichen Übergang zum neuen Stadtquartier am Blankenburger Pflasterweg bilden kann. BW
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