Brücke wird teurer und später fertig

Die 1981 gebaute Salvador-Allende-Brücke über die Spree ist durch Betonkrebs bereits stark geschädigt. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Allende-Brücke |

Köpenick. Die Geschichte der Salvador-Allende-Brücke droht immer mehr eine unendliche zu werden. Jetzt hat sich der Baubeginn noch einmal verzögert.

Das wurde jetzt durch die Antwort auf eine Abgeordnetenhausanfrage von Tom Schreiber (SPD) bekannt. Der Politiker hatte einen ganzen Fragenkatalog eingereicht und unter anderem nach Planungsstand und Zustand der noch genutzten Brückenhälfte gefragt.

Die Antwort von Staatssekretär Jens-Holger Kirchner fällt ziemlich unbefriedigend aus. Jetzt soll die europaweite Ausschreibung der Bauhauptleistungen im dritten Quartal – bis Ende September – auf die Reihe gebracht werden. Der Ersatzneubau ist jetzt bis zum zweiten Quartal 2021 geplant. Was passiert, wenn die verbliebene Brückenhälfte gesperrt werden muss, steht in den Sternen. Der Kraftfahrzeugverkehr müsste dann über die Spindlersfelder Brücke und die Brücken in Schöneweide geführt werden, und das für mehrere Jahre.

„Das ist typisch Berlin. Alles dauert länger und wird am Ende teurer“, ärgert sich der Köpenicker SPD-Abgeordnete Tom Schreiber über die Antwort auf seine Senatsanfragen. Denn die noch vor wenigen Jahren veranschlagten Kosten von 15 Millionen Euro für den Ersatzbau sind inzwischen auf 37 Millionen Euro gestiegen. „Die Mehrkosten beruhen im wesentlichen darauf, dass einzelne Baupreisansätze unter Wertung der aktuellen Marktentwicklung nach oben korrigiert werden mussten“, teilt Staatssekretär Kirchner dem Abgeordneten mit.

Die erst 1981 fertiggestellte Salvador-Allende-Brücke ist durch eine chemische Reaktion, den sogenannten Betonkrebs, geschädigt. Hintergrund sind Zuschlagstoffe wie Kies, deren säurehaltige Komponenten mit dem basischen Zement zur Zersetzung neigen. Bereits 2005 musste die Last beschränkt werden, im Jahr 2014 wurde die stärker geschädigte westliche Brückenhälfte für den Autoverkehr gesperrt.

Damit die jetzt doppelt belastete Brückenhälfte wirklich bis zur Fertigstellung des ersten Neubauteils durchhält, soll die Fahrbahn bei mehrtägiger Vollsperrung – vermutlich an einem Wochenende – nochmals erneuert werden. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. RD
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