Auto mit vier jungen Leuten stürzt ins Wasser, zwei sterben

An dieser Stelle durchbrach der Opel das Brückengeländer und stürzte ins Wasser. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Lange Brücke |

Köpenick. Am 2. Dezember hat sich am Rand der Köpenicker Altstadt ein schwerer Unfall ereignet. Ein Pkw mit vier Insassen stürzte ins Wasser, das Unglück hat zwei Todesopfer gefordert.

Gegen 0.50 Uhr fuhr ein Opel Vectra mit vier jungen Leuten von der Müggelheimer Straße in Richtung Spindlersfeld. Auf der Zufahrt zur Langen Brücke kam das Fahrzeug ins Schleudern, prallte gegen die Bordsteinkante, schlitterte rückwärts über den Bürgersteig, durchbrach das Brückengeländer und fiel rücklings in die hier gut zwei Meter tiefe Dahme.

Zwei 18 und 20 Jahre alte Jugendliche auf der Rückbank hatten Glück, bevor der Opel auf den Grund sank, öffneten sie die Fenster, kletterten ins Freie und schwammen im vier Grad kalten Wasser zum wenige Meter entfernten Ufer. Fahrer und Beifahrerin sanken mit dem Auto auf den Grund.

Passanten alarmierten Polizei und Feuerwehr. Ein Mann sprang in die Dahme, als er erfuhr, dass noch Insassen im Auto sind. Er bekam zwar eine der Türklinken zu fassen, der Wagen ließ sich aber nicht öffnen, wegen der Kälte musste der junge Mann den Rettungsversuch aufgeben.

Inzwischen waren erste Helfer von der nahen Feuerwache Köpenick zur Stelle. Zu Hilfe kam auch ein dort stationiertes Mehrzweckboot, an Bord ein Feuerwehrmann im Kälteschutzanzug. Ohne Taucherausrüstung war auch er hilflos. Erfolg hatten erst die Feuerwehrtaucher, die mit Blaulicht aus der Feuerwache Charlottenburg über die Stadtautobahn heran rasten. Nach rund 30 Minuten waren sie an der Unglücksstelle. Innerhalb von vier Minuten befreiten sie die Eingeschlossenen aus dem Fahrzeug. Sie wurden noch vor Ort reanimiert und dann ins Krankenhaus gebracht. Dort verstarb die 20 Jahre alte Beifahrerin in der Nacht zum Mittwoch, der Fahrer dann am Donnerstag.

Ins Krankenhaus mussten wegen ihrer Unterkühlungen auch der mutige Retter und die beiden jungen Leute von den Rücksitzen. Wenig später holte ein Feuerwehrkran das Unglücksauto an die Oberfläche. Im Einsatz waren unter anderem vier Rettungswagen, zwei Notarztwagen, mehrere Technikfahrzeuge, ein Kran und das Mehrzweckboot sowie 45 Beamte.

Am Morgen nach dem Unfall zeugen die von der Polizei markierten Schleuderspuren und das zerstörte Brückengeländer von den Vorfällen in der Nacht. Jetzt ist es an der Polizei, die Unfallursache zu klären. An der Unfallstelle ist seit Jahren Tempo 30 angeordnet. Vermutet wird, dass der 18 Jahre alte Fahrer, der erst seit wenigen Monaten den Führerschein besaß, zu schnell unterwegs war. Dadurch könnte er auf den Straßenbahnschienen ins Schleudern geraten sein. Glatteis gab es vermutlich nicht, als der Reporter der Berliner Woche rund drei Stunden vor dem Unfall an der Stelle vorbeifuhr, war die Fahrbahn trocken.


Ralf Drescher / RD
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