Zwei Baustellen abgeräumt: Dragonerareal und NKZ sollen in landeseigenen Besitz kommen

Protestplakate am Neuen Kreuzberger Zentrum gegen den befürchteten Verkauf an einen privaten Immobilieninvestor. Dazu wird es nicht kommen. (Foto: Thomas Frey)

Kreuzberg. Innerhalb von 24 Stunden gab es Bewegung bei zwei heftig umkämpften Kreuzberger Immobilien. Und bei beiden scheint sich zumindest für die öffentliche Hand ein positives Ergebnis abzuzeichnen.

Zunächst wurde am 20. April bekannt, dass der Bund das Dragonerareal an das Land Berlin übergeben will. Die Vereinbarung ist Teil des neuen Hauptstadtvertrags. Er beinhaltet neben dem Tausch von Immobilien auch mehr Geld für Sicherheit und Kultur. Einen Tag später ging das Neuen Kreuzberger Zentrums (NKZ) am Kottbusser Tor an die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag. Das landeseigene Unternehmen hatte beim Bieterverfahren mit 56,5 Millionen Euro den zweithöchsten Betrag abgegeben. Eine Million mehr bot ein Privatinvestor. Er ließ allerdings die Frist für die Bereitstellung des Kaufpreises verstreichen. Sie lief am 20. April ab.

Möglicherweise wurde er durch die massiven Proteste gegen seinen Erwerb abgeschreckt, ebenso wie von der Ankündigung des Bezirks, das kommunale Vorkaufsrecht anzuwenden. Allein das habe bereits Wirkung gezeigt, meint Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis 90/Grüne). Das NKZ sei "kein Spekulationsobjekt mehr".

Auch das Dragonerareal zwischen Rathaus Kreuzberg und Obentrautstraße war 2015 in einem Höchstpreisverfahren der bundeseigenen Immobilienverwaltung (BImA) für mehr als 30 Millionen Euro an die Dragonerhöfe GmbH mit Sitz in Wien verkauft worden. Dagegen regte sich ebenfalls Widerstand. Vor allem Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) sorgte dafür, dass der Bundesrat dem Verkauf nicht zustimmte. Die BImA und das Bundesfinanzministerium ließen sich danach mit der Rückabwicklung bis Ende 2016 Zeit. Bis jetzt dauerte es, ehe die zweite Forderung erfüllt wurde – die Übergabe an das Land Berlin. Auch wenn der Vertrag noch nicht unterschrieben ist.

Auf dem Gelände sollen bis zu 800 Wohnungen entstehen, zwischen einem Drittel und der Hälfte davon im Mietniveau um die 6,50 Euro pro Quadratmeter.D´ Die restlichen sollen nicht teurer als zehn Euro je Quadratmeter sein. Dazu kommen Räume für Gewerbe und Kultur. tf
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